Nachdem wir uns nun bereits mit den Vorteilen und Wirkungen sowie dem Thema Meditation und Magie beschäftigt haben, möchte ich dir nun unterschiedliche Formen von Meditation vorstellen. Vielleicht ist ja auch für dich eine Meditation dabei. Ich möchte diese Arten so allgemein halten, sodass sie auch für Meditations- Anfänger gut geeignet sind.


Da viele, wie in meinem ersten Beitrag erwähnt, das Thema Meditation oft noch ausschließlich in östlichen Philosophien verorten, möchte ich in dieser Gegenüberstellung auch mit diesen beginnen.

Die Meditationsarten, die aus dem Osten – aus China, Japan, Thailand und Indien – zu uns kommen, führen den Praktizierenden zu körperlicher und geistiger Stille. Sobald du lernst, die assoziativen, rationalen, kognitiven Veränderungen deines Geistes bewusst zu beruhigen und eine mentale Stille zu erreichen, beginnst du, ein multi- direktionales Bewusstsein zu erleben. Mit anderen Worten, du richtest deine innere Wahrnehmungswelt auf die Außenwelt aus und bildest daraus eine einheitliche Realität. Das Ergebnis ist, dass du die Einheit des Lebens und die darin enthaltene, allumfassende Göttlichkeit wahrnehmen kannst.

Östliche Meditationsarten erfordern nicht, dass du versuchst, eine geistige Stille zu erzeugen, indem du deine Gedanken blockierst, sondern sie besagen, dass du deinen eigenen Denkprozess distanziert beobachten solltest. Mit anderen Worten, du sollst zulassen, dass deine Gedanken auf natürliche Weise existieren und ablaufen, ohne dich mit einem von ihnen zu beschäftigen.

Das kannst du erreichen durch Meditationsarten wie den Fokus auf dem Atem (z.B. Vipassana), auf einem Objekt (z.B. einer Kerzenflamme), auf einem Mantra oder durch das Chanten von Mantras (Singen) oder das meditative Gehen (Mondgehen und Sonnengehen).

Hier im “Westen” haben wir ein “Goldfisch-Aufmerksamkeit”. Wir mögen Action und zwar viel davon. Wir sehen die Welt auch gerne in wissenschaftlichen Wahrheiten und objektiver Realität. Wir neigen dazu, in geraden, logischen Linien zu denken und nicht in endlosen Schleifen. Wir fühlen uns besser, wenn wir die Logik hinter Punkt A verstehen, die direkt zu Punkt B führt. Wir glauben, dass Zeit wertvoll ist und verschwendet werden kann. Nicht dass diese Ideen unbedingt der Wahrheit entsprechen, aber als Teil unseres kulturellen Musters beeinflussen sie unsere Meditationsarten.

Wie der östliche Stil besteht das Ziel der westlichen Meditationsarten darin, das kritische Denken und seine Prozesse zu umgehen. Aber anstatt dies durch Stille zu tun, erfüllen wir dieselbe Aufgabe mit Aktivität und Vorstellungskraft.

Wir sehen und hören gerne Dinge in unseren Meditationen, daher ist eine der in Europa und den USA am häufigsten verwendeten Meditationsarten die geführte Meditation – ein kontrollierter und geplanter Traum, durch den dich jemand anderes führt und der daran arbeitet, auf einer tiefen Bewusstseinsebene eine Reaktion hervorzurufen. Du verwendest deine Fantasie, um dir den Weltfrieden oder ein heilendes Leuchten, das dich umgibt und nährt, vorzustellen.

Es gibt eine Vielzahl an geführten Meditationen in allen Sprachen, für fast alle Ziele und Zwecke. Man kann sich aber auch selbst eine Meditation aufnehmen und dann vorspielen lassen oder, fortgeschritten, sich eine Meditation durchlesen und sich dann gedanklich selbst durchführen. Auch das Erden in der Magie gehört zu den visuellen westlichen Meditationsarten.

Nachdem ich dir die verschiedenen Formen nun näher vorgestellt habe, fragst du dich sicher, welche am besten zu dir passt, beziehungsweise, wie du das herausfinden kannst. Dafür habe ich dir einige Fragen mitgebracht, die du dir zu diesem Zweck gerne stellen darfst. Ich empfehle dir, erst einmal mit deinem Ergebnis zu beginnen und nach einer gewissen Zeit auch einmal die andere Variante auszuprobieren.

  • Magst du es lieber gut organisiert und durchgeplant oder stört es dich nicht, im Chaos deinen eigenen Weg zu finden?
  • Reagierst du auch Probleme und Hindernisse mit Aktion oder Nachdenken?
  • Bist du eher aktiv und mobil oder entspannt und ruhig?
  • Kannst du gut visualisieren, dir gut Dinge vorstellen oder bist du eher besser im Fokus und Disziplin halten?
  • Bist du eher extern oder intern fokussiert?
  • Bist du von Natur aus eher geduldig oder ungeduldig?
  • Hast du einen starken Willen und bist entscheidungsfreudig und direkt oder eher “easy going” und indirekt in deiner Herangehensweise an Menschen und Aufgaben?
  • Bist du der Meinung, dass jede Frage ein logische Antwort hat oder glaubst du, dass manche Fragen auch einfach noch weitere Fragen aufwerfen können?

Welche der genannten Meditationsarten passt besser zu dir? Ist das auch die, welche du bisher hauptsächlich durchführst? Oder bist du vielleicht – wie ich – eine der Personen, bei der dieses Muster nicht funktioniert? Falls das der Fall sein sollte, probiere hier auch einfach mal ein bißchen weiter aus, wie es für dich funktioniert.