Lughnasad, Lammas oder Schnitterinnen-Fest sind drei Bezeichnungen für ein Fest aus drei verschiedenen Zeit- und Kulturepochen, die aber im Grunde das gleiche feiern: nämlich die erste Getreideernte. Es ist das erste von 3 Erntedankfesten. Wir befinden uns genau in der Mitte zwischen der Sommersonnenwende und derHerbst-Tagundnachtgleiche, es ist Hochsommer und unser Fest ein Mondfest, denn ursprünglich fiel es auf den 8. Vollmond nach Yule, der Wintersonnenwende. Die Mondfeste wurden gerne auf einen Vollmond gelegt, weil man in einer Vollmondnacht einfach besser sehen konnte, schließlich gab es noch kein elektrisches Licht, sondern nur die offene Flamme. Heute wird Lughnasad bzw. Lammas am 1. und / oder 2. August gefeiert.
Lammas und Lughnasad
Für uns Menschen ist es heute die Hochsaison der kurzen Hosen, leichten Kleider und Sandalen. Es ist heiß, aber der Altweibersommer mit seinen Nebelfeldern und den kühleren Raureif tragenden Morgen kündigt sich mancherorts trotzdem langsam an. Die Sonnenkraft nimmt nun langsam wieder ab. Die Schatten werden seit der Sommersonnenwende länger, die Tage kürzer und die Nächte kühler. Wir können Brombeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Aprikosen, Kirschen, Mirabellen und andere Beeren- und Obstsorten ernten. Es ist Zeit, um Marmelade zu kochen und Gemüse für den Winter einzuwecken. Der Keller füllt sich langsam. Die Landschaft färbt sich golden. Das Getreide auf den Feldern ist erntereif und die erste Ernte startet. Die Kräfte beginnen langsam, sich wieder nach innen zu bewegen. Und während wir uns noch am See abkühlen und den Urlaub genießen, bereiten sich manche Vögel schon auf ihren Flug nach Süden vor. Hier und da riecht es vielleicht bereits nach Herbst. Die Blätter an den Bäumen beginnen bald, sich zu verfärben. Der ein oder andere empfindet etwas Traurigkeit oder Melancholie darüber, dass der Sommer sich demnächst dem Ende neigt und sich verabschiedet. Die Erntezeit ist in der Tat eine Zeit des Abschiedes: Das Getreide, das mehrere Monate gewachsen ist, wird nun abgeschnitten. Sein Zyklus ist zu Ende. Auf der anderen Seite ist es aber auch eine Zeit der Transformation und Platz für Wandlung, denn das geerntete Korn wird zu Mehl gemahlen, aus dem etwas Neues, nämlich Brot, entstehen kann.
Drei Namen für ein Fest
Kommen wir nun noch einmal auf die drei Namen Lughnasad, Lammas und Schnitterinnenfest zurück. Der Name Lughnasad geht auf die Kelten zurück, Lammas ist der altchristliche Name und die Bezeichnung Schnitterinnen- Fest bezieht sich auf die Kornernte.
Lughnasad:
Bei den Kelten hieß das Fest „Lughnasad“. Es war ein Lichterfest, eine „Hochzeit des Lichtes“ und wurde wie vorhin bereits erwähnt, ursprünglich am 8. Vollmond nach Yule gefeiert. Seit der Sommersonnenwende werden die Tage wieder kürzer, auch wenn es von den Temperaturen her noch mal wärmer wurde: Der Feuergott Lugh brachte richtig Wärme. Ab Lughnasad nimmt nun auch die Wärme allmählich wieder ab. Gleichzeitig wird jedoch die Hoffnung gesät, dass das Licht auf jeden Fall wiederkommt, – so wie jedes Jahr. Früher gab es zu Lughnasad einen Hochzeitsmarkt, an dem Ehen für 1 Jahr lang geschlossen wurden. Es war das letzte große Sommerfest des Jahres und man sprach über die Ernte und Gemeinschaftspläne für das kommende Jahr, denn Reisen ist im Sommer leichter als im Winter und man kann sich besser mit den anderen treffen. Lughnasad ist auch ein guter Moment, um sich bewusst zu werden, dass es immer ein Gleichgewicht von Licht und Schatten, warm und kalt, Trockenheit und Regenphasen braucht. Jeder Bauer ist sich dessen bewusst, denn er kann es direkt auf seinen Feldern beobachten: zu viel Sonne verdorrt die Pflanzen. Wohingegen der Mais zum Beispiel nach einem ordentlichen Regenschauer und anschließender Sonne in wenigen Tagen 1 m höher sein kann.
Lammas
Lammas ist der altchristliche Name des Festes. Lammas wird von loaf- mess abgeleitet, was Brot- Messe oder Laib- Messe bedeutet. Hier ist also der Bezug nur indirekt auf der Sonne, sondern eher auf der Ernte. Allerdings braucht man Sonne und Wärme, um das Korn reifen zu lassen. Die Rituale und Bräuche rund um Lammas beziehen sich also mehr auf die Ernte.
Schnitterinnenfest
Auch beim Schnitterinnenfest liegt der Fokus auf der Kornernte. Bevor die Sonnenkraft das reife Korn verdorrt, kommen die Schnitterinnen und beginnen mit ihren Sicheln die erste Ernte des Getreides. Was heute von unromantischen, riesigen Mähdreschern erledigt wird, war früher ein Ritual: der erste Schnitt.
Die Mythologie hinter Lughnasad
Seitdem Baldur zur Sommersonnenwende getötet wurde, regiert der Feuergott Lugh. Erst noch etwas „sanfter“, und dann zunehmend stärker. Jetzt im August hat der Feuergott (= die Sonne) sein Maximum an. Bestimmte Heilkräuter bilden durch die intensive Sonneneinstrahlung mehr ätherische Öle aus und sind dadurch noch wirksamer. Als Korngott schneidet er Thors Frau die goldglänzenden Haare ab, die das reife Korn symbolisieren. Mit der ersten Getreideernte schwinden seine Kräfte und er bereitet sich darauf vor, sich vom irdischen Leben zu lösen und in einiger Zeit ins Erdinnere zu verschwinden. Die Göttin dieses Jahresabschnittes ist eine reife, schöne, füllige Erntegöttin. Die sinnliche, fruchtbare Vegetationsgöttin wandelt sich nun zur Matrone. Als Symbol für Fülle, materielles Glück und Reichtum hält sie ein Füllhorn in den Händen. Sie schenkt den Menschen Nahrung in Hülle und Fülle. Als Schnitterin zeigt sich die Göttin als eine reife Frau, die selbstbewusst und zum richtigen Moment ihre Sichel ansetzt und das Korn schneidet. Sie kann uns lehren, den Mut zu haben, zum richtigen Zeitpunkt einen Schnitt zu machen, denn zu langes Warten oder Zögern kann die Ernte verderben. Im Prinzip zeigt die Erntegöttin hier den dritten Aspekt der dreifaltigen Göttin. Im Frühjahr sah man ihre jugendliche Phase, im Sommer ihre fruchtbare Phase und zum Herbst hin zeigt sie ihre alte Phase, ihr altes Gesicht. Man nennt sie auch die schwarze Göttin der Transformation. Sie wandelt das Getreide in Brot und lässt dadurch Neues entstehen. Bei genauerem Hinschauen ist ihre transformierende Kraft eine lebenserhaltende Kraft. In manchen Gegenden wird sie mit Totenkopf und Sichel in der Hand dargestellt. Das symbolisiert einerseits die Ernte und andererseits das „Absterben“ der Vegetation. Bei den Griechen heißt diese Göttin Demeter, bei den Römern ist es Ceres. Ceres hat weizenblonde Haare, die zu Zöpfen geflochten sind. Manchmal trägt sie ein Füllhorn. Sie ist die Göttin der Früchte, des Ackerbaus, der Ährengarbe und der Fackel. Ihr wird der Mohn zugeordnet. Auch Demeter wird mit einer Fackel abgebildet. Die Fackel steht als Symbol für "jemandem den Weg leuchten“.
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Die alten Bräuche
Der rituelle erste Schnitt des reifen Kornes
Bei den Sachsen und Angelsachsen begann die Hausherrin die Ernte mit einem rituellen Schnitt der Getreidehalme. Sie mahlte die Körner und buk einen ungesäuerten Brotlaib. Auf den Brotlaib wurde oft eine Spirale gemalt, als Zeichen für den immer wiederkehrenden Jahreskreis. Die erste Garbe sollte schweigend geschnitten und die letzte zusammengebunden und stehengelassen werden. Das hing mit der Idee zusammen, dass das Korn ein lebendiges Wesen ist: Es wurde schweigend geschnitten, um den Geist nicht zu wecken und gebunden, um ihm auf dem Feld zu halten, sodass auch die nächste Ernte wieder gut wird. Die letzten Garben wurden zusammengebunden, um den Korngeist darin einzufangen. In manchen Gegenden wurde sie dann in den Wald gebracht, um den Kornwolf, den Wachstumsgeist, wieder freizulassen, in anderen wurden sie mit Feldkamille und blauen Kornblumen geschmückt und auf dem Erntewagen festlich feiernd ins Dorf gefahren.
Feuer
Die zu Lughnasadh aufgeschichteten Feuer symbolisieren die Sonnenkräfte und die schwächer werdende Sonne. In manchen Büchern kann man lesen, dass sie sich auf den sterbenden Sonnengott Baldur beziehen. Baldur ist allerdings schon zur Sommersonnenwende gestorben.Es könnte jedoch auch sein, dass man mit dem Feuer dem langsam sich verabschiedenden Feuergott Lugh noch mal einen letzten Push geben wollte. Zur Opfergabe wurden Kornpuppen und Brotkrumen ins Feuer geworfen.
Kräuterbuschen und Kräuterweihe
Bei den Christen findet die Kräuterweihe erst am 15. August zu Maria Himmelfahrt statt, aber sie ist älter als das Christentum. Es ist der Moment, in dem der Priester die Kräuter segnet und dadurch ihre heiligen, segnenden Kräfte verstärkt. Natürlich kommen wieder die Heilkräuter in den Buschen, die je nach Region gerade erntereif sind. Das sind zum Beispiel Arnika (steht heute unter Naturschutz), Johanniskraut, Kamille, Salbei, Wermut, Beifuß, Königskerze (sie diente gerne als Buschenmitte, weil ihr Blütenstand steif ist), Baldrian, Kümmel, Liebstöckel, Weinraute, Bibernelle, Pfefferminze, ... Wie zu anderen Festen auch, achtete man auf die magische Anzahl der Kräuter:
7 Kräuter stehen für die Zahl der Tage der Schöpfung
9 Kräuter stehen für 3 x 3 Kräuter und 3 ist die Zahl der Dreifaltigkeit Gottes (oder
auch der heiligen Erdgöttin) oder auch für die 9 Welten des Weltenbaums
12 Kräuter stehen für die 12 Apostel oder 12 Monate im Jahr
Die Kräuter wurden der Erdgöttin bzw. Gott geweiht und anschließend an den Hausaltar gebunden. Sie sollen gegen Verzauberungen und Krankheiten (= bösen Dämonen) schützen und zum Eheglück und Kindersegen beitragen. Die Kräuter wurden dann das Jahr über bzw. vor allem in der kalten Jahreszeit als Tee getrunken, dem Essen beigemischt oder verräuchert. Wetterkräuter (= Kräuter, die in der Lage sind, Spannung abzubauen) wurden bei drohendem Gewitter in das Herdfeuer geschmissen, um das Wetter umzustimmen und vor Blitzeinschlag zu schützen. Dazu gehören zum Beispiel Beifuß, Dost, Johanniskraut, Eisenkraut, Schafgarbe, Rainfarn und Königskerze. Ein paar geweihte Kräuter mischte man auch dem neuen Saatgut bei. Das sollte eine gesunde nächste Ernte bescheren.
Drei typische Heilpflanzen zu Lughnasad
Nachtkerze
Die Nachtkerze ist ursprünglich eine Heilpflanze der nordamerikanischen Ureinwohner und wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Inzwischen ist sie bei uns heimisch geworden und besiedelt am liebsten Böschungen, Bahndämme, Brachland und Wegränder. Heute zählt die Nachtkerze zu den vergessenen Gemüsesorten. Alle Teile sind essbar: Die Samen kann man direkt aufs Butterbrot geben, die Blüten in den Salat oder in die Kräuterbutter und die jungen Blätter und die fleischfarbene Wurzel als Gemüse kochen. Einer der Volksnamen der Nachtkerze ist Schinkenwurz und ein altes Sprichwort besagt, dass ein Pfund (rund 450 g) der Nachtkerzenwurzel so viel Kraft gebe wie ein 1 Zentner (= 50 kg) Ochsenfleisch. Ihren schönen Namen verdankt sie dem Zeitpunkt ihres Aufblühens: nämlich in der Nacht. Jeden Abend öffnen sich neue Blüten. Den meisten Duft verströmen sie zwischen 19 und 20 Uhr.
Nachtkerze in der Pflanzenheilkunde
Einige Indianerstämme zerstampften die Samen und bereiteten daraus eine Breiauflage gegen Hauterkrankungen oder Geschwüre zu. Andere nutzten die Blüten bei Erkältung und Husten. Bei uns ist die Nachtkerze für das tolle, aus den Samen gepresste Öl bekannt. Es enthält sehr viel Gamma-Linolensäure und wir nutzen die Pflanze, um das Immunsystem zu stärken, den Cholesterinwert und Blutdruck zu senken und um Entzündungen zu hemmen. Nachtkerzenöl unterstützt sehr gut bei Neurodermitis, PMS und Wechseljahrbeschwerden und beugt Herz- und Gefäßerkrankungen vor.
Nachtkerze räuchern
Alle getrockneten Teile der Nachtkerze können in eine Räucherschale, auf Holzkohle oder auf ein Räucherstövchen gegeben und verräuchert werden. Der Rauch hat eine ausgleichende, beruhigende, entspannende und harmonisierende Wirkung.
M ä d e s ü ß
Die nach Honig, Vanille und Mandeln duftende Wiesenblume verlieh früher dem Trunk der Germanen, dem Met, seinen Geschmack. Wegen des betörenden Duftes gehört Mädesüß auch zu den Bettstrohkräutern, die man, wie der Name schon sagt, ins Bett oder Liebesnest legte, um eine betörende Atmosphäre zu schaffen und zu entspannen. Imker rieben mit dem Mädesüß die Bienenstöcke aus, sodass die Bienen nach dem Ausschwärmen ihr Zuhause wiedererkannten. Während die Blüten ihren sommerlichen Duft in der Sonne versprühen, mögen es die Wurzeln frisch und eher feucht. Deshalb findet man in ihrer Nähe meistens auch einen Bach oder ein anderes Gewässer.
Mädesüß in der Pflanzenheilkunde
Mädesüß enthält genau wie die Weide Salicylsäurederivate und ist damit ein pflanzliches Aspirin. Sie lindert Kopfschmerzen und Neuralgien und hilft dabei, das Fieber zu senken. Es hemmt Entzündungen und wird gerne auch bei durch Rheuma oder Arthrose schmerzenden Gelenken genutzt.
Für einen Tee übergießt man 1-2 TL Mädesüßblätter und -blüten mit 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser und lässt es abgedeckt 5 min. ziehen.
Mädesüß räuchern
Der Rauch des Mädesüß desinfiziert und tötet Krankheitskeime und unterstützt Übergänge aller Art. Deshalb verwendet man es häufig in Ritualen, um mit anderen Welten in Kontakt zu kommen, aber auch um zum Beispiel von einem Lebensabschnitt in einen anderen überzutreten. Es fördert die Intuition und das Träumen. Es hellt die Stimmung auf und schenkt Licht und Lebensfreude. Man verräuchert die getrockneten Blüten, Blätter und Triebspitzen.
S t e i n k l e e
Der Steinklee, der im Volksmund auch Honigklee genannt wird, könnte seinen Namen nicht besser tragen: Was duften die kleinen, unzähligen Schmetterlingsblüten nach Sommer! Zu Zeiten der Germanen band man kleine Steinkleekränze, trocknete sie und warf sie 9 Monate später zu Ostara ins Feuer, um die Flammen anzuheizen und die Feuerkraft und das Licht zu stärken. Wegen seines süßen Geruchs gehört auch der Steinklee zu den Bettsrohkräutern und wurde gerne ins Liebesnest gelegt. Heute kann man das getrocknete Kraut auch ins Kräuterkissen geben.
Steinklee in der Pflanzenheilkunde
In der Pflanzenheilkunde benutzt man das blühende Kraut und hier vor allem die noch biegsamen Pflanzenteile. Sein Hauptan-wendungsbereich sind die Venen. Er stärkt die Wände und macht sie undurchlässiger. Das unterstützt z. B. sehr gut bei Hämorrhoiden, Krampfadern, schweren Beinen oder nächtlichen Krämpfen mit Juckreiz und Schwellungen. Auch bei Venenentzündungen kann man zu einer Steinkleesalbe greifen. Das schon oben erwähnte Kräuterkissen mit Steinklee hilft nicht nur beim Entspannen und Einschlafen, sondern wurde traditionell auch auf entzündete Gelenke oder Furunkel aufgelegt. In homöopathischen Dosen erleichtert Steinklee Kopfschmerzen und Migräne.
Steinklee räuchern
Getrocknetes Steinklee duftet leicht süßlich, warm und ein bisschen wie frisch geschnittenes Heu. Beim Verräuchern verfliegt das Aroma allerdings relativ schnell. Es entspannt, schenkt ein wohliges Gefühl und innere Ruhe und es erdet. Man verräuchert das getrocknete, blühende Kraut und die Samen.
Ein kleines Ritual zu Lughnasad
Zu Lughnasad spielen 3 Themen eine Rolle:
1. Sich bewusst zu werden, was bereits geerntet werden kann.
2. Sich bewusst zu werden, was noch etwas reifen muss und was es tu tun gibt, um den Reifeprozess zu unterstützen. (Z. B. mehr Pflege, Zeit oder die bewusste Entscheidung, sich von etwas zu trennen, um etwas anderem mehr Raum geben zu können.)
3. Eine klare Entscheidung treffen bzw. einen klaren Schnitt setzen, sodass die erste Ernte auch ohne zu zögern eingefahren wird.
Geh in die Natur und schau dir an, was dort gerade wächst. Welche Farben siehst du? In welchem Stadium sind die Pflanzen, die du siehst? Noch in der Blüte oder schon in der Fruchtreife oder vielleicht sogar schon in den Samen? Wie sieht das Licht zurzeit aus und wie stark scheint die Sonne noch? Pflücke dir in aller Ruhe beim Beobachten einen kleinen Blumenstrauß. Wenn du dich mit Kräutern bereits auskennst, sammele und trockne dir Heilpflanzen für die dunkle Jahreszeit.
Wenn du wieder nach Hause kommst, schneide ein A4-Blatt in 3 Streifen. Jeder Streifen steht für eins der drei Themen. Schreibe auf den ersten Streifen, was du bereits ernten konntest (ganz egal ob es etwas materielles oder immaterielles ist). Auf den zweiten Streifen schreibst du, was noch nicht ganz reif ist und noch etwas Zeit braucht. Und auf den dritten schreibst du, welche klare Entscheidung du heute (oder in den nächsten Tagen) treffen wirst, um deine Projekte, Ideen oder Wünsche voranzubringen. Anschließend rollst du jeden Streifen in Längsrichtung wie eine Spaghetti zusammen und verflechtest die drei miteinander. Um das Flechten zu erleichtern, kannst du den Anfang mit einer Reißzwecke an einem Stück Holz befestigen, dann rutschen sie nicht so leicht weg. Je nachdem wie fingerfertig du bist, kannst du auch noch Gräser mit einflechten. Dann wird zum „ersten Schnitt“ angesetzt. Sprich deine klare Entscheidung laut oder in Gedanken aus und schneide den Zopf durch. Du kannst die Zöpfe anschließend verbrennen und die Flammen um Transformation bitten oder sie in die Sonne legen und die transformierende Sonnenkraft nutzen. Mach es so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Alles ist erlaubt. Falls du gerade in einem intensiven Lebensabschnitt bist und viele verschiedene Gefühle hochkommen, versuch sie einfach nur wahrzunehmen. Du brauchst sie nicht unbedingt direkt verstehen. Viele Gefühle verschwinden relativ schnell wieder, wenn man ihnen einfach mal den Raum gibt, existieren zu dürfen, ohne verurteilt zu werden. Erinnere dich am Ende deines Rituals noch mal daran, was du in der Natur gesehen hast und nimm noch mal bewusst war, wie das Jahresrad sich weiterdreht und die Sonne zwar noch wärmt, aber wie auch diese Wärme nach und nach milder wird.
Sinnfragen zu Lughnasad
Die erste Ernte, der erste Schnitt, ist ein guter Zeitpunkt, um Selbstverantwortung zu übernehmen und genau hinzuschauen:
Was sind die schönen Dinge und Beziehungen in deinem Leben, die dich innerlich nähren und wärmen?
Wo in deinem Beruf, auf Arbeit oder mit welchen Menschen kannst du Sonne im Herzen und erfüllte Momente ernten?
Welche „Früchte“ konntest du in diesem Jahr oder in letzter Zeit schon ernten?
Auch die kleinen Ergebnisse zählen! Vielleicht hast du es geschafft, etwas zu erledigen, das du schon lange aufgeschoben hattest? Vielleicht hast du eine Arbeit, die dir keine Freude mehr bereitet, beendet und deine Fühler für etwas ausgestreckt, das dir mehr entspricht?
Und auf der anderen Seite: Welche Lebensbereiche sind noch nicht ganz reif und brauchen noch etwas Pflege?
Lässt du den Dingen genug Freiraum und Zeit zum Reifen?
Welche Momente, Projekte, Ideen sind vielleicht schon überreif und du solltest sie besser verabschieden, weil der rechte Zeitpunkt verpasst wurde?
Wo in deinem Leben gilt es vielleicht eine Grenze zu ziehen und einen Schnitt zu machen?
Welche Themen / Dinge / Beziehungen möchten beendet werden, weil sie überreif sind oder sowieso nichts mehr werden würden?
Feierst du Lughnasad und wenn ja, wie feierst du es?
Die Hoch- Zeittage, auch Sonnentage genannt, sind die 13 Tage, die sich an Litha, die Sommersonnenwende anschließen. Diese Zeit ist heute leider in Vergessenheit geraten. Früher hingegen waren beide Zeiten heilig, Heute sind den meisten jedoch nur die Rauhnächte bekannt, aber um richtig im Schöpfungskreislauf reisen zu können, sollte man sich auf jeden Fall auch mit dem Sonnengegenstück, den Hoch- Zeittagen auseinandersetzen. In dieser Zeit erholen wir uns von der ersten Hälfte des vergangen Jahres, reflektieren darüber, was uns gedient hat und was wir vielleicht zurücklassen wollen und welche Pläne oder Ziele wir in den nächsten sechs Monaten noch abschließen wollen.
Unterschiede und Parallelen zwischen den Hoch- Zeittagen und den Rauhnächten
Die Hoch- Zeittage sind die die Zeit nach Litha am 21.Juni. Hier sind es 12 Tage, die auch Sonnentage genannt werden. Von den Rauhnächten unterscheiden sie sich dadurch, dass wir hier hauptsächlich am Tag "arbeiten". Das Licht der Sonne ist hier wichtig und wir nehmen unsere Erkenntnisse mit in die Nacht. In den Rauhnächten hingengen bereiten wir uns gedanklich am Tag auf die Themen der einzelnen Nächte vor. Hier arbeiten wir vor allem mit unseren Schattenanteilen und versuchen, diese aus der Dunkelheit heraus zu erhellen, um uns selbst besser erkennen zu können. Beide Zeiten, sowohl die Rauhnächte als auch die Sonnentage ähneln sich jedoch dadurch, dass sie ihre eigenen Themen mitbringen. Jede Nacht in den Rauhnächten steht unter einem Motto und jeder Tag der Hoch- Zeittage steht ebenfalls unter einem bestimmten Motto. Aber sie ähneln sich noch unter einem weiteren Punkt: Die 13 Nächte im Winter und die 13 Tage im Sommer wirken ein wenig wie herausgehoben aus der Zeit. Alles scheint irgendwie still zu stehen, nichts will so richtig voran gehen. Alles wird plötzlich zäh und stockt. Vielleicht merkt man es auch körperlich. In beiden Zeiten kann es gut sein, dass man sich unglaublich erschöpft und müde fühlt. Die Kräfte sind irgendwie nicht da um anzupacken, voranzutreiben und aufzubauen. Aber das ist in beiden Fällen normal, denn dafür sind weder die Rauhnächte noch die Hoch- Zeittage da. Beide Zeiten sind die Zeit der Reflexion und des Innehaltens.
Litha, die Sommersonnenwende, ist eine von vier Sonnenfesten und es ist die Zeit, die ähnlich wie Yule wirklich magisch ist. Dazu passen passen besondere Rituale und natürlich auch Rezepte. Daher möchte ich dir heute ein Rezept für Litha- Sonnenkekse vorstellen. Diese Kekse sind deshalb so besonders, weil sie aus den Symbolen der Sonne hergestellt werden.
Die Sonnenkekse
Zutaten für Litha Sonnenkekse (für ca. 8 Kekse)
245g blanchierte Mandeln
200g Zucker
3 große Eier
2 TL Vanille
Schale von 1 Bio-Orange
etwas Thymian, Lavendelblüten, Rosmarin, Salbei
Anleitung
Aus den Mandeln ein feines Pulver mahlen. Die Bio-Orange schälen. Eier trennen.
Orangenschale, Mandelpulver, Eiweiß, Vanille und Zucker mischen und mit dem Rührgerät zu einem dickem Teig aufschlagen.
Teig in kleinen Kugeln auf das Backblech geben und zu flachen, runden Cookies festdrücken.
Mit einem Zahnstocher oder Stäbchen ein kleines Loch in die Mitte jedes Kekses machen (astrologisches Sonnensymbol).
Bei 190°C im Ofen backen, bis sie leicht braun werden. Stäbchenprobe.
Lass die Kekse in der Sonne abkühlen, damit sie etwas Sonnen-Energie tanken können.
Sonnenwasser herstellen
Während die Kekse abkühlen, Sonnenwasser für die Glasur herstellen. Dafür frisches Quellwasser oder Mineralwasser in einer abgedeckten Glaskaraffe für mindestens zwei Stunden in die Sonne stellen.
Glasur und Dekoration (optional)
3 TL Milch
120g Puderzucker
etwas Zitronenschale
ein paar Lavendelblüten, Rosenblüten, etc.
Kurkumapulver für gelb-orangene Farbe (natürlich kann auch Lebensmittelfarbe verwendet werden)
Milch und Puderzucker mit Farbe langsam mischen, bis die gewünschte Konsistenz und Farbe erreicht ist. Dann die Blüten (-Mischung) hinzufügen und die erkalteten Kekse damit dekorieren. In die noch nasse Glasur können weitere essbare Blüten gedrückt werden.
Segnung der Litha Sonnenkekse
Stelle die Litha Sonnenkekse auf einen Tisch und zünde vier goldene (oder gelbe) Kerzen in einem Kreis um die Kekse herum an.
Zünde etwas Litha-Räucherwerk an, als Opfergabe an die Sonne bzw. einen männlichen Gott.
Stelle dich in die Provider-Position und bewege deine linke Handfläche über die Kekse (die Ritualanleitungen zum Kennenlernen der männlichen Götter und deren Haltungen und Korrespondenzen gibts hier).
Schließe deine Augen und stelle dir vor wie das Licht der Sonne über dein drittes Auge (Stirn-Chakra) eindringt und über deine linke Handfläche in die Kekse gesendet wird.
Beschwörung der Sonne: “Rad der Sonne, Rad der Zeit. Glühendes Zepter, das über alles scheint. Ich habe dich hierher gebeten, um in diese Kekse einzutreten.”
Öffne deine Augen und lege die Handflächen zusammen um den Fluss der Sonnenenergie zu stoppen.
Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, teile deine Kekse mit lieben Menschen. Stellt euch beim Essen die Kraft und die Eigenschaften der Sonne vor, die in diesen Keksen enthalten ist, die deinen Geist erwärmen und dich mit den lebensspendenden Energien der Sonne erfüllen.
Das feierliche Teilen und Essen der Sonnenkekse kannst du auch allein als Teil eines Litha Rituals durchführen.
Kanntest du diese Rezept? Oder hast du vielleicht sogar dein eigenes Rezept für Litha? Dann lass es mich doch gerne in den Kommentaren wissen.
Litha, oder auch die Sommersonnenwende, ist einer der besonderen magischen Tage im Jahr. Ein halbes Jahr ist nun vorüber, alles steht in voller Blüte und der Sommer ist endlich da. Wie in den Monatsthemen zum Juni bereits angesprochen, ist es nun an der Zeit, so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen. Und natürlich gibt es wie zu jedem Jahreskreisfest auch für Litha verschiedene Rituale, um diesen Tag zu begehen. Meine Lieblingsrituale möchte ich heute mit dir teilen. Wie man früher diesen magischen Tag begangen hat, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.
Litha- Rituale
Die meisten meiner Rituale stammen aus dem Buch "Wicca - a year and a day" von Timothy Roderick.
Dekoriere deinen Litha-Altar
Mein liebstes Ritual ist das Dekorieren meines Altars. Wenn du mit einem Altar arbeitest, oder dir einen anlegen möchtest, ist Litha ein guter Zeitpunkt um ihn, passend zur Jahreszeit zu dekorieren oder um damit zu beginnen.
Versuche deinen Altar draußen im eigenen Garten aufzubauen oder zumindest an einem Ort in der Nähe des Fensters, damit die Sonne darauf scheinen kann und den Altar mit ihren Strahlen erhellt.
Dieser Sabbat feiert das Feuer der Sonne, daher ist es eine gute Idee den Altar in sommerlichen und sonnigen Farben zu dekorieren. Verwende dafür Stoff, Kerzen und Kristalle in den Farben Gelb, Gold, Orange und Rot.
Sonnensymbole sind das Sonnenrad, die Swastika oder einfach eine runde glänzende Scheibe aus Metall. Denke auch an alles andere, was die Sonne für dich persönlich repräsentiert und dekoriere deinen Altar mit diesen Symbolen. Weitere Symbole für Litha sind Sonnenblumen, Eicheln oder getrocknete Zitrusornamente. Als Steine passen Sonnenstein, Citrin und andere Steine in gelb und orange.
Da uns Litha auch daran erinnert, dass in ein paar Monaten die Dunkelheit über das Licht triumphieren wird, denke an Symbole welche den ewigen Kampf von Licht und Dunkelheit (der auch zu Yule gefeiert wird) darstellen. Für mich sind das z.B. Yin und Yang oder ein Schälchen mit Salz und eines mit dunkler Erde oder ein schwarzer Kristall wie Obsidian und ein weißer Kristall wie Selenit.
Meditation für Heilung, Fülle & Reichtum
(nach “Wicca – A year and a day” von Timothy Roderick)
Für dieses Litha Ritual benötigst du einen ruhigen Ort wo du den Sonnenaufgang sehen kannst und etwas Kamillen-Öl.
Beobachte den Sonnenaufgang. Schließe deine Augen und spüre die Wärme der aufgehenden Sonne auf deiner Haut.
Atme ein paar mal tief ein und aus und entspanne deinen Körper.
Stelle dir vor, die Sonne zieht schwere, dunkle Energien, Krankheiten oder emotionale Schwierigkeiten aus dir heraus. Stelle dir vor, wie alle Dinge, die dich belasten dich verlassen und zur Sonne empor schweben, wo sie für immer verbrannt werden.
Singe dabei mehrmals: “Morgensonne, nimm meinen Schmerz. Beruhige mein Herz. Die Krankheit verschwindet.”
Zum Abschluss reibe die Stelle um dein Herz-Chakra (auf Höhe des Herzens in der Mitte der Brust) mit verdünntem, ätherischen Kamillen-Öl ein, um dich an der Essenz der Sonnenenergie auszurichten.
Fokussiere dich jetzt auf die Fülle und Reichtum in deinem Leben. Diese Jahreszeit ist eine Zeit des Überflusses und der Fruchtbarkeit. Was kannst du jetzt, in dieser Saison, beginnen, das bis zum Jahresende zu etwas Schönem werden wird?
Besuche die Feen und Elfen
(nach “Wicca – A year and a day” von Timothy Roderick)
Litha hat eine besondere Verbindung mit der Anderswelt und zu Feen und Elfen. Für dieses Litha Ritual, erkunde deine Umgebung und finde einen Ort, an welchem du erwartest Feen und Elfen finden zu können. Setze dich dorthin, schließe deine Augen und lade die kleinen Wesen still in deine Gegenwart ein. Mache keine plötzlichen Bewegungen und öffne deine Augen nicht, bleibe einfach ruhig sitzen und spüre die Energien um dich herum. Vielleicht spürst du ein Kitzeln auf der Haut oder in deinem Inneren?
Nach ein paar Minuten, danke ihnen still und lass sie wissen, dass du ihre magische Ebene verlassen wirst. Öffne dann deine Augen und lege eine kleine Opfergabe auf den Boden. Traditionell werden dafür Käse, Eier, Äpfel und Brot verwendet. Verlasse dann den Ort und kehre nicht zurück.
Sonnenuntergang mit Wasser-Ritual
Ehre die Sonne am Abend, indem du sie untergehen siehst. Nimm dir Zeit, suche dir vor Sonnenuntergang einen schönen Ort mit freiem Blick auf die Sonne, lege eine Picknick-Decke aus und spüre die Wärme der Sonne auf deiner Haut. Denke darüber nach, wie wichtig die Sonne für dich und dein Leben ist und danke ihr, dass sie Licht in deinen Tag und dein Leben gebracht hat. Du kannst der Erde auch ein bisschen Kuchen oder Wein opfern.
Feuer Ritual zur Verbrennung unerwünschter Energien
(nach “Wicca – A year and a day” von Timothy Roderick)
Für dieses Litha Ritual benötigst du getrocknete Zweige, etwas Schnur und ein feuerfestes Gefäß (oder alternativ eine rote Kerze) sowie etwas Zimtöl.
Sammle einige getrocknete Zweige und bündle sie mit etwas Schnur (alternativ kannst du eine rote Kerze verwenden).
Schließe deine Augen und spüre, wo in deinem Körper du dunkle, heiße, schwere Energien festhältst. Du musst sie nicht nennen, nur spüren, WO sie sind.
Bestreiche die Zweige (oder die Kerze) mit Zimtöl und zünde sie an. Tritt einen Schritt zurück.
Wenn es brennt, schaufle symbolisch die unerwünschten Energien von deinem Körper weg und schiebe sie ins Feuer.
Stell dir vor, die Energien brennen im Feuer vollständig weg.
Lass das Feuer oder die Kerze vollständig ausbrennen.
Dies waren nun meine Lieblingsrituale zu Litha. Feierst du Litha? Und wenn ja, hast du noch andere Rituale? Falls ja, schreib sie mir doch gern in die Kommentare.
Litha oder die Sommersonnenwende ist 1 von 4 Sonnenfesten. Die Sonne hat nun ihren höchsten, nördlichsten Stand erreicht und wendet sich nun wieder in die entgegengesetzte Richtung: Ab jetzt wandert sie wieder in Richtung Äquator bzw. südliche Halbkugel. Astronomisch gesehen beginnt nun der Sommer und je weiter wir in den Sommer voranschreiten, desto mehr Feuerkraft und Wärme können wir tanken. Zu Zeiten der Kelten begann der Sommer bereits zu Beltane am 1. Mai. Für sie war die Sommersonnenwende die Sommermitte (Mittsommer). Die Natur steht in voller Blüte und Pracht. Früchte reifen heran.
Was ist die Sommersonnenwende und wie wird gefeiert?
Themen wie Fülle und Dankbarkeit, Reife und damit verbundene Geduld stehen hier im Vordergrund. Es heißt, dass zu dieser Zeit, genau wie zur Wintersonnenwende, der Jahreskreis 12 Tage lang stehen bleibt, bevor er sich weiterdreht. Und so lange wurde gefeiert. Dies sind die sogennanten Hoch- Zeittage. Früher waren diese sehr wichtig, heute sind sie fast in Vergessenheit geraten. Und obwohl jetzt die Zeit im Jahr beginnt, bei der es zunehmend heißer wird, tauchen wir mit der Sommersonnenwende in die dunkle Jahreshälfte ein. Die Lichtstunden nehmen nach und nach wieder ab und die dunklen Stunden nach und nach wieder zu. Für manche Menschen ist der Gedanke, dass jetzt, wo es gerade schön warm wird, die Tage wieder kürzer werden, traurig. In anderen (z. B. östlichen oder in matriarchalen) Kulturen oder bei Naturvölkern ist das anders. Deren Denkweise ist, dass die Dunkelheit schon vor dem Licht da war und dass alles aus ihr heraus geboren wird. Man könnte sagen, dass Dunkelheit die Mutter des Lichts ist. So wird z. B. neues Leben aus der Dunkelheit heraus geboren – im Mutterleib, in einem Ei oder unter der Erde ist es dunkel. Währenddessen für uns heute der Tag mit dem Sonnenaufgang beginnt, beginnt er für andere Kulturen bereits in der Nacht. Oder das Jahr fängt bei ihnen nicht mit dem Frühling an, sondern im Winter, wenn alles dunkel ist. Der mächtigste Tag der Sonne ist gleichzeitig ihr „Niedergang“ und der Anfang eines Halbjahres, bei dem alles wieder langsamer wird, zurückgeht, abnimmt. Diesen Wendepunkt kann man auch gut in der Natur beobachten: Im Mai ist die Natur geradezu explodiert und alles ist ganz plötzlich grün geworden. Jetzt tauchen wir in eine Reifephase ein. Vorher haben die Pflanzen all ihre Kraft in das Wachstum gesteckt. Jetzt geht ihre Energie auch in die Ausbildung von Früchten (bei manchen Pflanzen sogar schon in die Samen). Die Blätter fangen langsam an, etwas weniger knackig und frisch auszusehen, da sich die Pflanze nun auf die Frucht konzentriert. Noch ist dieser „Umschwung“ wenig sichtbar, aber je weiter wir im Jahr voranschreiten, desto deutlicher wird dieser Prozess zu sehen sein.
Was wir von der Natur lernen können
Litha zeigt uns, dass nichts von Dauer ist und alles in ständiger Bewegung und Veränderung. Und so sind auch wir eingebunden in einen ständigen Wechsel von Tag und Nacht, Licht und Schatten, hell und dunkel, Sommer und Winter, Wärme und Kälte,... . Die Sonne wandert jeden Tag zur Mittagszeit zu ihrem Höhepunkt und nimmt dann wieder Abschied, um nach unten zu ihrem tiefsten Punkt zu wandern und dem Mond Platz zu lassen. Alles hat einen Gegenpol und in einer Art rhythmischen Tanz bewegen wir uns mal mehr in die eine Richtung, mal mehr in die andere. Genauer betrachtet suchen wir auch genau diesen Gegenpol: Wenn es zu heiß ist, wollen wir Schatten, wenn es zu hell ist, setzen wir Sonnenbrillen auf, um die Sonne zu verdunkeln, an einem heißen Tag freuen wir uns abends auf die Abkühlung der Nacht. Wenn es draußen dunkel ist, freuen wir uns über das Licht der Sterne oder des Mondes. Im tiefsten Winter sehnen wir uns nach dem Licht. Wenn es ständig regnet, können wir die trockene Jahreszeit kaum erwarten. … Und gleichzeitig können wir auch lernen, dass alles ein Maß braucht: Zu viel Sonne trocknet die Böden aus und gefährdet die Ernte. Das ist besonders problematisch, weil die Speisekammern gefüllt werden wollen und unser Überleben davon abhängt. Übrigens auch heute noch, nur sind wir uns dessen weniger bewusst, weil die wenigsten ihre Lebensmittel selbst anbauen bzw. herstellen.
Die Mythologie hinter Litha
Der Sonnen- und Jahreskreiskönig Baldur, der zu Beltane die Frühlings- und Vegetationsgöttin geheiratet hat, strahlt so schön und kräftig wie nie. Er wärmt die Erde, lässt Blüten sprießen und Früchte austreiben und reifen. Jedoch ist sein Höhepunkt auch sein Niedergang, denn er wird zur Sommersonnenwende tödlich verletzt und stirbt. (Analog dazu hat auch die Sonne den höchsten bzw. nördlichsten Stand erreicht und wandert nun wieder „abwärts“ bzw. Richtung südliche Halbkugel.)
Eines Nachts wurde der junge Sonnenkönig von dunklen Träumen aufgesucht, was die Götter als einen baldigen Tod interpretierten. Frigg, Baldurs Mutter und Odins Frau, fuhr daraufhin durch alle Welten, um allen Wesen und Kräften den Eid schwören zu lassen, Baldur nichts anzutun. Nur der Mistel verlangte sie keinen Schwur ab, weil sie ihr zu schwach und jung vorkam. Der junge Sonnengott Baldur galt deshalb als unverwundbar. Loki (oder Lugh), der eher zwielichte Feuergott, dem man nicht Recht vertrauen kann, weil er mal Gutes und mal Böses will, hatte davon Wind bekommen und fertigte einen Pfeil aus Mistel an, der Baldur zur Sommersonnenwende tötet. Loki gibt dem blinden Hodur einen Pfeil aus Mistel und richtet seinen Bogen so aus, dass der Pfeil auf Baldur zielt. Baldurs Brust wird vom Mistelpfeil durchbohrt und Baldur stirbt. Baldurs Leichnam wurde von einem Schiff aufs Meer hinausgetragen und zu Hel, der Herrscherin der Unterwelt, Frau Holle, gebracht. Es heißt, dass die Tränen der Götter um den sterbenden Baldur sich im Nachttau zeigen, der die Wiesen benetzt. Der Feuergott Loki (oder Lugh) wird Baldurs Nachfolger und mit ihm wird auch die Sonne in den nächsten Wochen noch heißer. (Übrigens: Die Mistel wird auch dem Winter zugeordnet, weil sie ihre Früchte im Winter trägt. Symbolisch gesehen tötet also der Winter den Sommer.)
Die Göttinnen des Sommers
Die Frühlings- und Vegetationsgöttin ist seit Beltane weiter gereift und mit ihr in ihrem Bauch der neue Sonnengott bzw. Jahreskreiskönig, der zur Wintersonnenwende geboren werden wird. In den verschiedenen Kulturen und Epochen hat diese Göttin andere Namen, aber sie ähneln sich alle. Die Sommergöttinnen sind sinnliche, mütterliche, partnerschaftliche Göttinnen, die die anderen umsorgen. Sie haben einen nährenden und schützenden Aspekt. Es sind Göttinnen des Überflusses und der Fülle. Ein griechisches Göttinnenbild wäre z. B. Aphrodite, bei den Römern wäre es Venus. Bei den Indern ist es die Göttin Lakshmi. Sie ist die Göttin des Glücks, des Reichtums und der Fülle. Ihr heiliges Tier ist die Kuh. Auch sie symbolisiert Fülle und Überfluss.
Die Farbe Rot wird gerne mit der Sommergöttin assoziiert: Rot wie die Liebe und diese sehr sinnliche Jahreszeit, in der unsere Sinne mit den schönsten Düften, Geschmäckern, Farben und wärmenden Sonnenstrahlen verzaubert werden. Aber auch Rot wie Blut: z. B. Menstruationsblut. Jeden Monat aufs Neue durchlebt eine Frau in ihren fruchtbaren Jahren eine Wandlungskraft in ihrem Schoß und kann neues Leben, neue „Früchte“ heranwachsen lassen. Wir dürfen uns daran erinnern, dass das ein ziemliches Wunder ist und besonders jetzt in dieser sinnlichen Zeit ehren und feiern.
Die alten Bräuche
Ursprünglich ist die Sommersonnenwende genau wie Beltane ein berauschendes Fest, bei dem getrunken, gefeiert und getanzt wird. Einerseits um seiner Freude und Ausgelassenheit Ausdruck zu verleihen, andererseits um in andere Dimensionen aufzusteigen, denn die Tore zur Anderswelt sind geöffnet und es kann zwischen den Welten gereist werden. Glühwürmchen leuchten den Weg zu magischen Plätzen und auch Elfen, Zwerge und andere Naturgeister feiern mit. Sonnenwendfeuer Natürlich spielt das Sonnenwendfeuer eine große Rolle zur Sommersonnenwende. Es wird auf Anhöhen, Hügeln und Bergen angezündet und das Licht erstrahlt bis in die Täler. Es ist ein Symbol für die Sonnen- und Feuerkraft und ein Freuden- und Dankesfeuer. In manchen Gegenden wurde das Feuer aus 9 verschiedenen heiligen Hölzern geschichtet. Unbedingt dabei sein mussten Wacholder und ein Reisigbündel vom Vorjahr. In anderen Regionen verbrannte man hauptsächlich Eiche und Fichte. (Letzten Endes verbrannt man, was regional anzufinden war.) Vom Feuer glaubte man früher, dass es seinen Ursprung im Himmel habe. Man dachte, es sei ein auf die Erde heruntergefallener Funken Sonnenglut. Feuer galt, wie alle anderen Naturkräfte, als ein lebendiges Wesen, das göttliche Macht besaß. Demnach hatte man großen Respekt und opferte ihm verschiedene Hölzer, Pflanzen oder Strohpuppen – eigentlich alles, was den Feuergeist stärkte und aber auch besänftigte. Um die Feuerkraft zu erhöhen, wurden auch Feuerräder ins Tal gerollt und es gab Fackelläufe. Solche Fackeln waren zum Beispiel brennende Besen oder in Pech getauchte, trockene Blütenstände der Königskerze. Mit diesen Königskerzenfackeln berührte man auch Kranke und sagt dabei einen Heilspruch auf. Das Feuer sollte die Krankheitsdämonen bekämpfen und Heilung bringen. Bärlapp- Sporenstaub (auch Blitzpulver oder Hexenmehl genannt) wurde ins Feuer geworfen, um die Flammen anzufeuern. Dabei entstanden besondere Lichteffekte bzw. Blitzeffekte. Natürlich wird auch zur Sommersonnenwende übers Feuer gesprungen. Besonders hohe Sprünge sollte sie Getreideähren höher wachsen lassen. Man rief dabei magische Formeln wie „Flachs, Flachs, werde lang!“ oder „Wachse, dass auch der Hanf 3 Ellen lang werde. Liebespaare sollten Hand in Hand übers Feuer springen, um ihre Verbindung mit Liebe und Fruchtbarkeit zu stärken und zu segnen. Für uns heute eher ungewöhnlich war der Brauch, Kinder wurden übers Feuer zu werfen, um sie vor Krankheit zu schützen. Man ging generell davon aus, dass das Feuer transformierende, segnende, reinigende und heilsame Kräfte hat.
3 typische Pflanzen zu Litha
Johanniskraut
Das Johanniskraut erhielt seinen Namen, als es Johannis dem Täufer geweiht wurde. Ein alter Name der Pflanze ist Teufelsflucht, weil es das Dunkle (das Böse, den Teufel) vertreibt. Es ist ein altes Schutzkraut, dass Licht ins Dunkel bringt. Man legte es auf Häuserdächer oder hing es über Fenster und an Stalltüren, um Haus und Hof mit Licht zu segnen und den Blitz bzw. die Gewittergötter abzuwehren.
Das Johanniskraut war die Lieblingspflanze des Sonnengottes Baldur. Die rote Farbe, die entsteht, wenn man es zwischen den Fingern zerreibt, ließ symbolisch an das Blut Baldurs denken, der zur Sommersonnenwende stirbt. Später, mit der Namensgebung „Johanniskraut“ symbolisierte die rote Farbe das Blut Johannis. Dieser dunkelrote Farbstoff nennt sich Hypericin. Es speichert die UV-Strahlen der Sonne. Wenn man die Pflanze gegen das Licht hält, erkennt man sehr gut die kleinen Öldrüsen, die die Hypericinspeicherzellen enthalten. Sie sehen aus wie kleine schwarze Punkte. Ganz so, als wären die Blätter durchlöchert. Daher auch das Wort "perforatum“ in seinem Namen. "Perforatum" heißt auf Latein durchlöchert. Zur Sommersonnenwende sollte die Pflanze mit einem starken Bezug zum Licht helfen, der Sonne und den Sonnengöttern näher zu kommen und sich mit ihnen zu verbinden. Man glaubte, das Dunkle (Krankheit, Fluch und Böses) dadurch abwehren zu können.
Johanniskraut in der Pflanzenheilkunde
Heute wird das Johanniskraut am meisten für seine antidepressive (lichtbringende) Wirkung gerühmt. Außerdem erwärmt es die Seele, beruhigt, entspannt und verbessert dadurch den Schlaf. Es stärkt die Nerven, löst Krämpfe, hemmt Entzündungen, unterstützt die Wundheilung, stillt Schmerzen und wirkt antibakteriell und antiviral.
Johanniskraut räuchern
Es werden die Blüten bzw. das blühende Kraut verräuchert. Dazu wird es an einem heißen Tag um die Sommersonnenwende herum geerntet und anschließend an einen warmen, gut belüfteten Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung zum Trocknen aufgehängt. Johanniskraut verräuchert sich am besten auf einem Räuchersieb.Auch beim Räuchern schenkt es Wärme und Licht und spendet dadurch Trost und Geborgenheit. Anspannungen, Unsicherheit und Ängste können sich auflösen. Man nutzt Johanniskraut auch um Räume zu reinigen und zu segnen.
Beifuss
Beifußgewächse werden seit Menschengedenken und auf allen Kontinenten genutzt und als besondere Zauber- und Ritualspflanze geschätzt. Seinen botanischen Namen verdankt der Beifuß der Göttin Artemis. Sie ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Jagd, des Waldes, der Geburt und des Mondes und beschützt Frauen und Kinder. Artemis trug einen Gürtel aus geflochtenem Beifuß, der ihre Kräfte zu verdoppeln vermochte. Auch der germanische Donnergott Thor trug einen Gürtel aus Beifuß, der ihm nicht nur verhalf, Kämpfe mit Ungeheuern zu gewinnen und gefährliche Reisen zu überstehen, sondern seine erotischen Kräfte stärkte. Der Liebes- und Fruchtbarkeitszauber des Beifußes besteht darin, den weiblichen Schoß zu erwärmen und zu öffnen und dem Mann die Kraft des Donnergottes zu verleihen. Die Wurzel wurde als Amulett gegen Müdigkeit getragen. Ein Sträußchen an die Eingangstür oder Stalldecke gebunden, sollte vor Blitz und bösem Zauber schützen. Beifuß gehört mit Johanniskraut zu den wichtigsten Sonnenwendkräutern.
Beifuss in der Pflanzenheilkunde
Beifuß ist eine wichtige Heilpflanze für Frauen. Das herbarum mater (Mutter aller Kräuter), wie es im Mittelalter genannt wurde, wurde schon in der Steinzeit als Frauenheilmittel genutzt. Mit Sitzbädern regtemman die Menstruation an und der Tee halft, die Nachgeburt oder den toten Fötus herauszutreiben oder eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen. Heute nutzt man ihn für dieselben Eigenschaften. Er erwärmt und entspannt den Unterleib und bringt die Menstruation in Fluss – besonders auch wenn nach Absetzen der Pille die Regel ausbleibt oder generell schwach ist. Durch seine Bitterstoffe regt der Beifuß die Leber an und treibt u. a. die von der Pille verursachten Giftstoffe nach außen. Das entlastet die Leber und fördert die Blutbildung. Die Bitterstoffe unterstützen außerdem die Verdauung und machen fette Speisen bekömmlicher, weshalb er auch gerne in der Küche gebraucht wird.
Beifuss räuchern
Es werden die getrockneten Triebspitzen, Blätter und die Wurzeln verräuchert. Der Rauch gibt einen angenehmen bitter-würzigen Geruch, der entspannt und erdet. Er fördert die Intuition und intensiviert die Träume. So wie früher der Beifuß genutzt wurde, um in andere Welten zu reisen, kann man ihn heute dazu nutze, um sich von Verstorbenen (die sozusagen in eine andere Welt übergetreten sind) zu verabschieden. Beifuß hilft beim Loslassen und gibt Mut Neues zu starten. Er reinigt und schützt, wärmt, kräftigt, löst Anspannungen und wirkt heilsam auf allen Ebenen. Beifuß lässt sich gut in Räucherbündel einbinden. Man kann aber auch einfach eine Handvoll getrockneter Blätter mit den Händen zu einem kleinen Knäuel rollen und in einem feuerfesten Gefäß anzünden.
Rose
Die Rose ist das Sinnbild von Liebe und Erotik. Sie ist die Königin unter den Blumen und den Göttinnen und Göttern der Liebe geweiht. Sie wird seit mehr als 2000 Jahren gezüchtet, weshalb es mehrere Tausend verschiedene Rosensorten gibt, die sich in Duft, Farbe, Form und Wuchshöhe unterscheiden. Verehrt wurde die Rose aber schon viel länger. Die ursprüngliche wilde Form der Rose ist die Hundsrose – rosa canina, besser bekannt unter dem Namen Hagebutte. Die alten und wilden Rosenarten bilden noch Hagebutten aus, viele Kulturrosen sind heute steril. Die Rose ist auch Namensgeberin einer ganzen Pflanzenfamilie, den Rosengewächsen. Zu dieser Familie gehören sehr viele Obstarten, die wir im Sommer und Herbst ernten. Wie z. B. Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Kirschen oder auch Pflaumen.
Rose in der Pflanzenheilkunde
Die neben der Rosa canina (Hagebutte / Hundsrose) am meisten in der Pflanzenheilkunde verwendeten Rosenarten sind die Rosa centifolia und Rosa damascena. Sie sind entzündungswidrig, unterstützen die Wundheilung, sind antimikrobiell, angstlösend und stimmungsaufhellend. Speziell in der Frauenheilkunde wird die Rose gerne zur Unterstützung bei Scheidenpilz, Scheidentrockenheit, bakteriellen Ausfluss, nach Dammrissen oder zur Narbenpflege genutzt.
Rose räuchern
Geräuchert werden die duftenden Blütenblätter ungespritzter Rosen, die anschließend getrocknet werden. Beim Räuchern haben sie leider keinen starken Eigengeruch und eignen sich deshalb besser in Mischungen wie z. B. Liebesmischungen aus Rose, Zimt, Orange, Styrax und Kardamom. Die Rose besänftigt, macht sinnlich, öffnet das Herz, fördert die Harmonie zwischen den Menschen, versöhnt und segnet.
weitere Räucherkräuter für Litha
Gänseblümchen (Bellis perennis; Blüten): öffnet das Herz und richtet auf, gibt Mut, beschützt auf eine ganz weibliche Weise
(sehr gut für Themen, die sich um das innere Kind drehen), für Liebesräucherungen
Linde (Tilia cordata und Tilia platyphyllos; Blüten, Rinde, Blätter): beruhigen und entspannen, bringen Geborgenheit und
das Gefühl von Sicherheit
Dost (Origanum vulgare; das blühende Kraut): stärkt die Nerven, entspannt, muntert auf, erhellt die Stimmung, reinigend, schützt vor bösen Geistern (bzw. vor Krankheiten – wegen der reinigenden Wirkung)
Lavendel (Lavendula officinalis / angustifolia; das blühende Kraut): bringt Klarheit und Fokus, desinfiziert und reinigt, beruhigt und entspannt, stärkt die Nerven
Immortelle (Helichrysum italicum; Blüten und Kraut): erdende, sinnliche, anregende Wirkung, es schenkt Wärme und
unterstützt darin, Blockade zu lösen
Idee für ein kleines Ritual zu Litha
Träume erFÜLLEN und reifen lassen
Mach ein Feuer und setz dich still daneben. (Notfalls geht auch eine Kerze, wenn du kein Feuer machen kannst.) Beobachte das Flackern der Flammen. Schau genau hin, wie die Farben sich ändern und wie die Flammen manchmal spitz zum Himmel züngeln. Spür in dich hinein und frag dich, welchen Traum du dir schon lange erfüllen möchtest oder welches deiner Projekte reifen und einen Sprung machen soll. Frag dich, was es dazu braucht. Schreib die 3 nächsten Schritte auf und fasse den festen Entschluss, diese 3 Schritte in den nächsten Wochen (oder Monaten – es soll realistisch machbar sein) umzusetzen. Sprich deinen Entschluss laut aus und schreibe ihn auf einen Zettel. Anschließend übergibst du den Zettel den Flammen und bittest die Feuergeister und den Sonnengott um Unterstützung und Transformation.
Sinnfragen zu Litha
Zum Thema Fülle und Reichtum
Was bedeutet Fülle für mich?
Wo ist bereits Fülle in meinem Leben?
Wo könnte es mehr Fülle geben?
Was könnte ich machen, um mehr in Fülle zu kommen?
Wie kann ich mir meine Wünsche erFÜLLEn?
Wie könnte ich das Leben anderer beREICHern?
Sind die Samen (Ideen / Projekte), die ich gepflanzt habe, aufgegangen?
Brauchen sie noch mehr Pflege, um zu reifen?
Zum Thema Reife und Geduld
Welche Prozesse in mir reifen gerade?
Wo braucht es noch etwas Geduld, bis der Prozess zu Ende ist?
Fällt es mir schwer, geduldig zu sein?
Möchte ich oft die Früchte meiner Arbeit zu zeitig ernten und bin dann ungeduldig?
Sind meine Antworten und Handlungen ausgereift oder ungeduldig?
Wo stehen meine Projekte gerade? In welchem „Reifestatus“ sind sie?
Von welchen Dingen / Bereichen muss ich mich vielleicht verabschieden,
sodass andere Dinge / Bereiche besser reifen können?
Zum Thema Höhepunkt
Wie sollte der „Höhepunkt“ deines Tages / deiner Woche / des Monats / des
Jahres / oder deines Lebens aussehen?
Wie möchtest du dich fühlen? Was möchtest du gelebt haben?
Insgesamt gibt es acht Feste im Jahr, die Hexen, Wicca und andere neureligiöse Bewegungen feiern. Dies sind die sogenannten Hexensabbate. Sie spiegeln die Veränderungen der Natur und das Leben von Gott und Göttin wider.
Es gibt natürlich keine Verpflichtung, dass man als Hexe oder Wicca jedes einzelne Fest feiern muss, doch sie stimmen dich auf den Kreislauf der Natur ein.
Die acht Hexensabbate im Überblick
Hier findest du eine Übersicht über alle acht Jahreskreisfeste, die ich fortlaufend verlinken werde, auf die ausführlichen Beiträge zu den einzelnen Feste.
Samhain, 31. Oktober
Samhain ist das alte keltische Neujahrsfest. Gleichzeitig ist es auch das dritte von drei Herbstfesten. Die Natur zieht sich bereits zurück und bereitet sich auf den Winter vor. Samhain ist auch das Fest der Toten. Zu dieser Zeit werden die Ahnen geehrt. Man stellt zum Beispiel Fotos der Verstorbenen auf einen kleinen Altar. An Samhain gilt auch der "Schleier zwischen Welten" als besonders dünn. Deshalb eignet sich dieses Fest auch gut zum Orakeln.
Yule, 21./22. Dezember
Yule ist das astronomische Datum der Wintersonnenwende. Es ist die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres. Wir feiern an Yule die Wiedergeburt die Sonne und die Tatsache, dass es nun langsam wieder heller wird.
Imbolc, 01. Februar
Imbolc ist das erste von drei Frühlingsfesten. An Imbolc wird von vielen Hexen die keltische Göttin Brigid geehrt. Sie unter anderem Göttin des Feuers, des Lichts und der Inspiration. Ihre Wärme soll dabei helfen, den Schnee zum Schmelzen zu bringen und den Winter zu vertreiben.
Ostara, 20/21. März
Zu Ostara, dem zweiten Frühlingsfest, feiern wir den Frühlingsbeginn, es ist die Frühjahrs- Tag- und Nachtgleiche. Allmählich erwacht die Natur wieder zum Leben und der Schnee schmilzt. Die Symbole dieses Festes sind Hasen, bemalte Eier und Frühlings-blumen.
Beltane, 01. Mai
Beltane, das dritte Frühlingsfest und gleichzeitig auch das Schwellenfest zum Sommer, ist die Zeit, in der in vielen Regionen Bäume und Sträucher blühen. Man feiert die Fruchtbarkeit und das neu entstehende Leben. Außerdem sollen in der zeit um Beltane Naturwesen besonders aktiv sein.
Litha, 21./22. Juni
Litha ist die Sommersonnenwende, es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Es ist ein sehr ausgelassenes, fröhliches Fest. Außerdem ist Litha ein guter Zeitpunkt, um Kräuter zu sammeln.
Lammas, 01. August
Lammas ist das erste von zwei Erntefesten des Jahres und das erste von drei Herbstfesten. Es ist die Zeit, in der der Sonnengott seine größte Kraft erlangt und das Korn zum Reifen bringt. Wer gern kocht, kann zu Lammas Brot backen - das passt besonders gut zum Fest und kann in einem Ritual gesegnet und gegessen werden.
Mabon, 21./22. September
Mabon ist das zweite Erntefest, das zweite Herbstfest und die Herbst- Tag-und- Nachtgleiche. Nun sind Äpfel und andere Obstsorten reif. Diese zeit eignet sich besonders für Dankbarkeitsrituale und dafür, der Natur kleine Opfergaben zu bringen.