Nachdem wir uns nun bereits mit den Elementen Feuer, Luft und Wasser beschäftigt haben, widmen wir uns heute dem vierten Element, der Erde.
In der Magie nutzen wir ständig die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Aber auch für das (Über-)Leben sind diese Elemente wichtig - und darin liegt schon ihre eigene Magie. Denn wenn nur eines auf diesem Planeten fehlen würde, könnten wir nicht überleben. Schließlich sind diese vier Elemente der Ursprung unseres Lebens. Es gab sie lange vor uns Menschen. Sie haben unsere Erde erschaffen, geformt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Die wilde Feuerkraft im Kern hat Erdmassen verschoben und Kontinente im Wasser des Lebens geformt – alles wohl behütet in einer Hülle aus Luft. Dieser gesamte Raum, aber auch die Sphären über das Irdische hinaus ist ein weiteres, ein fünftes Element – der Äther.
Das Element Erde
Die Erde ist neben dem Wasser eines der beiden Elemente, die uns direkt nähren. Sie lässt Pflanzen gedeihen, ist das Fundament für unser Leben. In der magischen Arbeit hat sie vor allem durch die Praxis des Sich- Erdens eine große Bedeutung. Was aber bedeutet das eigentlich? Wir wissen aus der Physik, dass eine Erdung des elektrischen Stromes wichtig ist. Es werden dabei – vereinfacht ausgedrückt – elektrische Strömungen in das Erdreich abgegeben. So sind wir recht gut vor einem Stromschlag geschützt. Damit bei uns selbst die Sicherungen nicht durchbrennen, müssen auch wir uns immer wieder erden. Wir können damit zweierlei bewirken. Auf der einen Seite können wir überschüssige Energie an das Erdreich abgeben, auf der anderen Seite können wir Defizite in unserem Energiehaushalt ausgleichen. Eine gute Erdung bedeutet, dass wir nicht abheben, uns nicht verlieren und „den Boden der Tatsachen“ nicht aus den Augen verlieren. Bei der Erdung machen wir uns die Kräfte der Erde zu nutze und können so unsere eigenen Kräfte mit ihrer Energie nähern.
Das Element Erde repräsentiert die verschiedenen Formen physischen Ausdrucks in unserer Existenz. Im magischen Sinne ist die Erde ein weibliches Element, sie schenkt Leben und erhält es, nährt es – so wie Frauen Leben schenken und ernähren. Wie oben so unten, wie im Großen, so im Kleinen (siehe das Buch Kybalion)* – Mikrokosmos und Makrokosmos, wie die Erde, so die Frau.
Das Konzept der Erde als Göttin ist nicht nur im alten Europa zuhause gewesen, sondern weltweit zu finden. In fast jeder alte Kultur und Tradition findet sich dieses Konzept, egal ob in Afrika, dem nahen Osten, Indien, Japan, Sibirien, Nord-, Zentral- und Südamerika oder Australien.
Aber die Erde ist mehr als nur unser Heimatplanet oder ein Göttinnen-Konzept. Sie ist der authentische energetischer Ausdruck von Solidität, Substanz, Form, Manifestation, Verkörperung und Erdung. Sie repräsentiert das Netz, das uns mit allen Lebewesen – Menschen, Tieren, Pflanzen, Mineralien – verbindet. Die Erde repräsentiert auch Praktikabilität, körperliches Vergnügen und Überfluss. Das Element Erde ist dem Norden zugeordnet, welcher für Dunkelheit, noch nicht geformtes Potential, für die Leere und das Unbenannte steht. Das Element Erde steht für Standhaftigkeit, Substanz, Form, Manifestation, Verkörperung, Vergnügen, Genuss, Geld, Arbeit, Zuverlässigkeit, die Jahreszeiten und Erdung. Eine außerordentliche Kraftquelle für die Erde sind die Bäume, welche auf ihr wachsen. Da wir gerade beim Thema Erdung waren – umarme doch einmal einen dieser Exemplare, wie wäre es mit einer schönen alten Eiche. Ich bin sicher, du wirst ihre Kraft in deinem Inneren spüren. Je verwurzelter der Baum, desto stärker seine Erdkraft. Hast du schon einmal die Power eines Baumes gespürt, dessen riesige, knorrige Wurzeln sich um den Baum finden, so dass wir ihre imposante Erscheinung von außen bewundern können. I In diesen Wurzelverzweigungen leben gerne die ein oder anderen Naturwesen, manchmal sogar die kleinen Kobolde, obwohl diese sich doch lieber in Haus und Stall aufhalten und dort ihren Schabernack treiben. Noch tiefer im Erdreich fühlen sich die Zwerge und Gnome wohl. Sie lieben alle Arten von funkelnden Steinen und Mineralien. Und in ihrem kleinen Wesen steckt jede Menge Erdenergie. Aber kommen wir noch einmal zurück zu den Pflanzen. Möchtest du die Erdkraft der Pflanzen nutzen, so iss jede Menge Wurzelgemüse oder eine deftige Kartoffelsuppe.
In der Tierwelt kannst du alle Wesen in das Erdreich einordnen, die dort ihre Behausungen bauen – angefangen bei dem kleinen Feldhamster, über die Maus bis hin zum Fuchs. Vergiss aber auch die ganz kleinen Erdbewohner nicht, all die Krabbeltierchen oder auch die Regenwürmer. Sie alle stehen für die Erdenergie.
Als Räucherkräuter empfehle ich dir für die Arbeit mit der Erde folgende Pflanzen Alantwurzel, Hopfendrüsen, Iriswurzel, Kalmuswurzel, Mädesüss, Lemongrass, Myrrhe und Patchouli. Solltest du mit Steinen arbeiten, sind Bernstein, welches direkt dem Harz der Bäume entspringt zu empfehlen. Aber natürlich sind auch Schiefer oder auch versteinertes Holz weitere Kraftquellen, die dich mit der Erdenergie verbinden werden.
Das Element Erde in der Runenmagie
Wenn du dich über die Runen mit dem Element Erde verbinden möchtest, ist die Rune Berkana am besten geeignet.
Berkana steht für Fruchtbarkeit, Wachstum, Erholung, Neubeginn, positive Herausforderung, Geduld und das Verwirklichen neuer Ideen. In ihr wirkt jede Menge an erdiger Energie. Trage sie doch einmal eine Weile bei dir und schau was passiert.
Übungen zur Arbeit mit dem Element Erde
Das Element Erde halten
Geh hinaus in den Wald, irgendwo, wo du ungestört bleibst. Wenn du deinen Ort gefunden hast, ziehe einen kleinen Schutzkreis aus Salz um dich (beginne im Osten und streue den Kreis im Uhrzeigersinn), räuchere dich selbst und deinen Kreis und lege dich auf die Erde, den Kopf Richtung Norden. Spüre die Erde und ihre Energie. Was spürst du körperlich? Was spürst du emotional?
Nachdem du ein paar Atemzüge einfach nur auf deine Empfindungen geachtet hast, beginne dir vorzustellen, dass du bei jedem Atemzug die grüne Energie der Erde unter dir über die Berührungspunkte mit deinem Körper aufnimmst. Halte diese Erd-Energie für eine Weile in deinem Körper und spüre sie ganz bewusst. Lass dann mit einem geräuschvollen Ausatmen die Erd-Energie wieder los und gib sie an die Erde zurück.
– Wie fühlt sich die Energie in deinem Körper an, wenn du sie aufnimmst?
– Wo hältst du sie im Körper fest? Auch nachdem du sie wieder abgegeben hast.
– Wie fühlt es sich an, wenn diese Energie deinen Körper wieder verlässt?
– Spürst du die Energie eher als Macht der Stille oder Macht der Resonanz?
Element Erde im aktiven Aspekt : Die Macht der Stille
Wie die anderen 3 Elemente hat natürlich auch das Element Erde eine passive und eine aktive Seite, eine nach außen und eine nach innen gerichtete Kraft.
Die Macht der Still klingt zuerst gar nicht nach einem aktiven, dynamischen Aspekt. Eine stille Präsenz klingt für uns nicht nach Aktion. Und das Element Erde möchte uns zeigen wie man Gegensätze verbindet und wie Paradoxes doch existieren kann.
Ja, die Stille ist passiv im Sinne von Innehalten, still sein, pausieren. Sie öffnet Körper, Geist und Seele für ein tieferes Verständnis. Die Stille repräsentiert die Leere. Und diese Leere, die die Yogis “shunyata” (die ursprüngliche Leere aller Dinge) nennen, ist voller Potential. Die Leere ist jederzeit bereit unser volles Potential zu realisieren, sich selbst als etwas neues zu manifestieren – als Tiere, Menschen, Bäume, Straßen, usw. Daher ist diese Leere eigentlich eine unglaubliche Fülle. Deshalb steht die Stille, die Leere für den aktiven Aspekt des Elements Erde, als Symbol für die Bereitschaft und für grenzenloses Potential.
In diesem aktiven Aspekt steht das Element Erde daher für materiellen Gewinn, Reichtum, Wohlstand, Arbeit, Dienen, Stärke, Standhaftigkeit, Ehrlichkeit, Praktikabilität, Vergnügen, Genuss und Komfort, Musik und Kunst.
Menschen mit starker Element Erde Energie genießen die einfachen Dinge im Leben wie gutes Essen, guten Sex und einen schönen Ort zum Leben. Sie sind praktisch veranlagt und meist sehr ausgeglichen und geerdet, vor allem in ihrem Verhalten in Situationen, die andere Menschen als komplex oder kompliziert bezeichnen. Sie bewahren Ruhe. Diese Menschen arbeiten sehr gut als Immobilienmakler, Banker, Investoren, Ingenieure, Bauern, Archäologen, Architekten, aber auch als Ärzte.
Wenn diese nach außen gerichtete, aktive Kraft des Elements zu stark wird, verlieren Menschen die Balance und wirken häufig starr, hartnäckig, pessimistisch, konventionell, grausam, besorgniserregend, inaktiv, besitzergreifend, dumm, träge, gierig oder begehrend.
Wenn du feststellst, dass das Element Erde in dieser aktiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du mit einer einfachen Übung diese Energien wieder ausgleichen:
Geh in die Natur, irgendwo, wo du nackte Erde finden kannst. Falls du keine Erde finden kannst, funktioniert diese Übung auch mit einer Schüssel voll Salz. Lege deine Hände leicht auf die Erde (oder das Salz) und atme bewusst auf die Erdoberfläche (oder das Salz) aus. Schließe die Augen und stell dir vor, dass grüne Erd-Energie deinen Körper über deine Hände und deinen Atem verlässt und von der Erde (oder dem Salz) wieder aufgenommen wird. Führe diese erdende Übung aus, bis du dich wieder ausgeglichen und gelassen fühlst.
– Wo fühlst du dich mit der Macht der Stille verbunden und wo getrennt?
– War die Stille ein wichtiger Teil deines bisherigen Lebens?
– Welche Rolle spielt Stille und Schweigen in deinem heutigen Leben?
Element Erde im passiven Aspekt: Macht der Resonanz
Das Element Erde in seiner nach innen gerichteten Komponente ist die Macht der Resonanz. Auch das klingt wieder paradox, denn Resonanz klingt doch nach etwas Aktivem, etwas Schwingendem. Doch im magischen Verständnis entsteht Resonanz aus der Stille. Resonanz repräsentiert die Vernetzung aller Realität und erweitert deine Perspektive um zu verstehen, dass es keine Trennung zwischen dir und irgendetwas anderem gibt.
Manchmal können wir uns in Momenten der Stille mit dieser Energie verbinden und fühlen dann die Energie des Lebens um uns herum. Durch diese Praktik erleben Hexen das Göttliche das sich in dieser Welt manifestiert. Es bringt die Konzepte von Gott und Göttin in eine greifbare Erfahrungsform. In Resonanz erlebt man die Dichte der Erde als hell, schwerelos und mühelos. Man ist mit sich selbst und dem Universum im Reinen, Spontanität führt unsere Entscheidungen und Aktionen, die Energien des Lebens selbst leiten dich, du lässt dein Leben fließen, lässt die Kontrolle los und vertraust.
Wird das Element Erde in seinem passiven Aspekt aber zu dominant, wirken Menschen häufig benommen, leichtsinning, distanziert, desorientiert und ohne Kontakt zur eigenen Umgebung oder zur Realität.
Wenn du feststellst, dass das Element Erde in dieser passiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du dies ganz einfach ausgleichen.
Suche dir sieben kleine flache Steine und erwärme sie in einer Schüssel kochendem Wasser. Sie sollten nicht zu heiß werden. Räuchere deine Umgebung. Zieh dich aus und lege dich flach auf den Rücken. Ziehe mit Salz eine Linie auf deinem Körper, vom Hals über den Bauch bis in den Schritt. Lege dann jeweils einen heißen Stein auf dein drittes Auge, deine Halskuhle, dein Herzchakra, den Solar Plexus und einen etwas unter den Bauchnabel. Nimm jeweils einen der restlichen zwei Steine in jede Hand, Handinnenflächen nach oben. Entspanne dich und nimm die warme Erd-Energie über die Steine sowie über den Boden auf dem du liegst in dich auf.
– Wo fühlst du dich mit der Macht der Resonanz verbunden und wo getrennt davon?
– Was sind die Gefahren der Resonanz im magischen Sinne?
– Wo könnte dein Leben von der Macht der Resonanz bereichert werden?
Wie nimmst du das Element Erde in deinem Leben wahr? Fehlt es irgendwo? Oder ist gar etwas zu viel davon in deinem Leben?
Mit diesem Beitrag endet nun auch diese kleine Serie über die Arbeit mit den Elementen. Ich hoffe, du konntest einige Ansätze für euch mitnehmen. Für die Tabelle mit den Korrespondenzen schau gerne noch einmal im Beitrag zum Element Feuer vorbei.
Hier kommt ihr zu den anderen Beiträgen zu den Elementen:
Lughnasad, Lammas oder Schnitterinnen-Fest sind drei Bezeichnungen für ein Fest aus drei verschiedenen Zeit- und Kulturepochen, die aber im Grunde das gleiche feiern: nämlich die erste Getreideernte. Es ist das erste von 3 Erntedankfesten. Wir befinden uns genau in der Mitte zwischen der Sommersonnenwende und derHerbst-Tagundnachtgleiche, es ist Hochsommer und unser Fest ein Mondfest, denn ursprünglich fiel es auf den 8. Vollmond nach Yule, der Wintersonnenwende. Die Mondfeste wurden gerne auf einen Vollmond gelegt, weil man in einer Vollmondnacht einfach besser sehen konnte, schließlich gab es noch kein elektrisches Licht, sondern nur die offene Flamme. Heute wird Lughnasad bzw. Lammas am 1. und / oder 2. August gefeiert.
Lammas und Lughnasad
Für uns Menschen ist es heute die Hochsaison der kurzen Hosen, leichten Kleider und Sandalen. Es ist heiß, aber der Altweibersommer mit seinen Nebelfeldern und den kühleren Raureif tragenden Morgen kündigt sich mancherorts trotzdem langsam an. Die Sonnenkraft nimmt nun langsam wieder ab. Die Schatten werden seit der Sommersonnenwende länger, die Tage kürzer und die Nächte kühler. Wir können Brombeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Aprikosen, Kirschen, Mirabellen und andere Beeren- und Obstsorten ernten. Es ist Zeit, um Marmelade zu kochen und Gemüse für den Winter einzuwecken. Der Keller füllt sich langsam. Die Landschaft färbt sich golden. Das Getreide auf den Feldern ist erntereif und die erste Ernte startet. Die Kräfte beginnen langsam, sich wieder nach innen zu bewegen. Und während wir uns noch am See abkühlen und den Urlaub genießen, bereiten sich manche Vögel schon auf ihren Flug nach Süden vor. Hier und da riecht es vielleicht bereits nach Herbst. Die Blätter an den Bäumen beginnen bald, sich zu verfärben. Der ein oder andere empfindet etwas Traurigkeit oder Melancholie darüber, dass der Sommer sich demnächst dem Ende neigt und sich verabschiedet. Die Erntezeit ist in der Tat eine Zeit des Abschiedes: Das Getreide, das mehrere Monate gewachsen ist, wird nun abgeschnitten. Sein Zyklus ist zu Ende. Auf der anderen Seite ist es aber auch eine Zeit der Transformation und Platz für Wandlung, denn das geerntete Korn wird zu Mehl gemahlen, aus dem etwas Neues, nämlich Brot, entstehen kann.
Drei Namen für ein Fest
Kommen wir nun noch einmal auf die drei Namen Lughnasad, Lammas und Schnitterinnenfest zurück. Der Name Lughnasad geht auf die Kelten zurück, Lammas ist der altchristliche Name und die Bezeichnung Schnitterinnen- Fest bezieht sich auf die Kornernte.
Lughnasad:
Bei den Kelten hieß das Fest „Lughnasad“. Es war ein Lichterfest, eine „Hochzeit des Lichtes“ und wurde wie vorhin bereits erwähnt, ursprünglich am 8. Vollmond nach Yule gefeiert. Seit der Sommersonnenwende werden die Tage wieder kürzer, auch wenn es von den Temperaturen her noch mal wärmer wurde: Der Feuergott Lugh brachte richtig Wärme. Ab Lughnasad nimmt nun auch die Wärme allmählich wieder ab. Gleichzeitig wird jedoch die Hoffnung gesät, dass das Licht auf jeden Fall wiederkommt, – so wie jedes Jahr. Früher gab es zu Lughnasad einen Hochzeitsmarkt, an dem Ehen für 1 Jahr lang geschlossen wurden. Es war das letzte große Sommerfest des Jahres und man sprach über die Ernte und Gemeinschaftspläne für das kommende Jahr, denn Reisen ist im Sommer leichter als im Winter und man kann sich besser mit den anderen treffen. Lughnasad ist auch ein guter Moment, um sich bewusst zu werden, dass es immer ein Gleichgewicht von Licht und Schatten, warm und kalt, Trockenheit und Regenphasen braucht. Jeder Bauer ist sich dessen bewusst, denn er kann es direkt auf seinen Feldern beobachten: zu viel Sonne verdorrt die Pflanzen. Wohingegen der Mais zum Beispiel nach einem ordentlichen Regenschauer und anschließender Sonne in wenigen Tagen 1 m höher sein kann.
Lammas
Lammas ist der altchristliche Name des Festes. Lammas wird von loaf- mess abgeleitet, was Brot- Messe oder Laib- Messe bedeutet. Hier ist also der Bezug nur indirekt auf der Sonne, sondern eher auf der Ernte. Allerdings braucht man Sonne und Wärme, um das Korn reifen zu lassen. Die Rituale und Bräuche rund um Lammas beziehen sich also mehr auf die Ernte.
Schnitterinnenfest
Auch beim Schnitterinnenfest liegt der Fokus auf der Kornernte. Bevor die Sonnenkraft das reife Korn verdorrt, kommen die Schnitterinnen und beginnen mit ihren Sicheln die erste Ernte des Getreides. Was heute von unromantischen, riesigen Mähdreschern erledigt wird, war früher ein Ritual: der erste Schnitt.
Die Mythologie hinter Lughnasad
Seitdem Baldur zur Sommersonnenwende getötet wurde, regiert der Feuergott Lugh. Erst noch etwas „sanfter“, und dann zunehmend stärker. Jetzt im August hat der Feuergott (= die Sonne) sein Maximum an. Bestimmte Heilkräuter bilden durch die intensive Sonneneinstrahlung mehr ätherische Öle aus und sind dadurch noch wirksamer. Als Korngott schneidet er Thors Frau die goldglänzenden Haare ab, die das reife Korn symbolisieren. Mit der ersten Getreideernte schwinden seine Kräfte und er bereitet sich darauf vor, sich vom irdischen Leben zu lösen und in einiger Zeit ins Erdinnere zu verschwinden. Die Göttin dieses Jahresabschnittes ist eine reife, schöne, füllige Erntegöttin. Die sinnliche, fruchtbare Vegetationsgöttin wandelt sich nun zur Matrone. Als Symbol für Fülle, materielles Glück und Reichtum hält sie ein Füllhorn in den Händen. Sie schenkt den Menschen Nahrung in Hülle und Fülle. Als Schnitterin zeigt sich die Göttin als eine reife Frau, die selbstbewusst und zum richtigen Moment ihre Sichel ansetzt und das Korn schneidet. Sie kann uns lehren, den Mut zu haben, zum richtigen Zeitpunkt einen Schnitt zu machen, denn zu langes Warten oder Zögern kann die Ernte verderben. Im Prinzip zeigt die Erntegöttin hier den dritten Aspekt der dreifaltigen Göttin. Im Frühjahr sah man ihre jugendliche Phase, im Sommer ihre fruchtbare Phase und zum Herbst hin zeigt sie ihre alte Phase, ihr altes Gesicht. Man nennt sie auch die schwarze Göttin der Transformation. Sie wandelt das Getreide in Brot und lässt dadurch Neues entstehen. Bei genauerem Hinschauen ist ihre transformierende Kraft eine lebenserhaltende Kraft. In manchen Gegenden wird sie mit Totenkopf und Sichel in der Hand dargestellt. Das symbolisiert einerseits die Ernte und andererseits das „Absterben“ der Vegetation. Bei den Griechen heißt diese Göttin Demeter, bei den Römern ist es Ceres. Ceres hat weizenblonde Haare, die zu Zöpfen geflochten sind. Manchmal trägt sie ein Füllhorn. Sie ist die Göttin der Früchte, des Ackerbaus, der Ährengarbe und der Fackel. Ihr wird der Mohn zugeordnet. Auch Demeter wird mit einer Fackel abgebildet. Die Fackel steht als Symbol für "jemandem den Weg leuchten“.
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Die alten Bräuche
Der rituelle erste Schnitt des reifen Kornes
Bei den Sachsen und Angelsachsen begann die Hausherrin die Ernte mit einem rituellen Schnitt der Getreidehalme. Sie mahlte die Körner und buk einen ungesäuerten Brotlaib. Auf den Brotlaib wurde oft eine Spirale gemalt, als Zeichen für den immer wiederkehrenden Jahreskreis. Die erste Garbe sollte schweigend geschnitten und die letzte zusammengebunden und stehengelassen werden. Das hing mit der Idee zusammen, dass das Korn ein lebendiges Wesen ist: Es wurde schweigend geschnitten, um den Geist nicht zu wecken und gebunden, um ihm auf dem Feld zu halten, sodass auch die nächste Ernte wieder gut wird. Die letzten Garben wurden zusammengebunden, um den Korngeist darin einzufangen. In manchen Gegenden wurde sie dann in den Wald gebracht, um den Kornwolf, den Wachstumsgeist, wieder freizulassen, in anderen wurden sie mit Feldkamille und blauen Kornblumen geschmückt und auf dem Erntewagen festlich feiernd ins Dorf gefahren.
Feuer
Die zu Lughnasadh aufgeschichteten Feuer symbolisieren die Sonnenkräfte und die schwächer werdende Sonne. In manchen Büchern kann man lesen, dass sie sich auf den sterbenden Sonnengott Baldur beziehen. Baldur ist allerdings schon zur Sommersonnenwende gestorben.Es könnte jedoch auch sein, dass man mit dem Feuer dem langsam sich verabschiedenden Feuergott Lugh noch mal einen letzten Push geben wollte. Zur Opfergabe wurden Kornpuppen und Brotkrumen ins Feuer geworfen.
Kräuterbuschen und Kräuterweihe
Bei den Christen findet die Kräuterweihe erst am 15. August zu Maria Himmelfahrt statt, aber sie ist älter als das Christentum. Es ist der Moment, in dem der Priester die Kräuter segnet und dadurch ihre heiligen, segnenden Kräfte verstärkt. Natürlich kommen wieder die Heilkräuter in den Buschen, die je nach Region gerade erntereif sind. Das sind zum Beispiel Arnika (steht heute unter Naturschutz), Johanniskraut, Kamille, Salbei, Wermut, Beifuß, Königskerze (sie diente gerne als Buschenmitte, weil ihr Blütenstand steif ist), Baldrian, Kümmel, Liebstöckel, Weinraute, Bibernelle, Pfefferminze, ... Wie zu anderen Festen auch, achtete man auf die magische Anzahl der Kräuter:
7 Kräuter stehen für die Zahl der Tage der Schöpfung
9 Kräuter stehen für 3 x 3 Kräuter und 3 ist die Zahl der Dreifaltigkeit Gottes (oder
auch der heiligen Erdgöttin) oder auch für die 9 Welten des Weltenbaums
12 Kräuter stehen für die 12 Apostel oder 12 Monate im Jahr
Die Kräuter wurden der Erdgöttin bzw. Gott geweiht und anschließend an den Hausaltar gebunden. Sie sollen gegen Verzauberungen und Krankheiten (= bösen Dämonen) schützen und zum Eheglück und Kindersegen beitragen. Die Kräuter wurden dann das Jahr über bzw. vor allem in der kalten Jahreszeit als Tee getrunken, dem Essen beigemischt oder verräuchert. Wetterkräuter (= Kräuter, die in der Lage sind, Spannung abzubauen) wurden bei drohendem Gewitter in das Herdfeuer geschmissen, um das Wetter umzustimmen und vor Blitzeinschlag zu schützen. Dazu gehören zum Beispiel Beifuß, Dost, Johanniskraut, Eisenkraut, Schafgarbe, Rainfarn und Königskerze. Ein paar geweihte Kräuter mischte man auch dem neuen Saatgut bei. Das sollte eine gesunde nächste Ernte bescheren.
Drei typische Heilpflanzen zu Lughnasad
Nachtkerze
Die Nachtkerze ist ursprünglich eine Heilpflanze der nordamerikanischen Ureinwohner und wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Inzwischen ist sie bei uns heimisch geworden und besiedelt am liebsten Böschungen, Bahndämme, Brachland und Wegränder. Heute zählt die Nachtkerze zu den vergessenen Gemüsesorten. Alle Teile sind essbar: Die Samen kann man direkt aufs Butterbrot geben, die Blüten in den Salat oder in die Kräuterbutter und die jungen Blätter und die fleischfarbene Wurzel als Gemüse kochen. Einer der Volksnamen der Nachtkerze ist Schinkenwurz und ein altes Sprichwort besagt, dass ein Pfund (rund 450 g) der Nachtkerzenwurzel so viel Kraft gebe wie ein 1 Zentner (= 50 kg) Ochsenfleisch. Ihren schönen Namen verdankt sie dem Zeitpunkt ihres Aufblühens: nämlich in der Nacht. Jeden Abend öffnen sich neue Blüten. Den meisten Duft verströmen sie zwischen 19 und 20 Uhr.
Nachtkerze in der Pflanzenheilkunde
Einige Indianerstämme zerstampften die Samen und bereiteten daraus eine Breiauflage gegen Hauterkrankungen oder Geschwüre zu. Andere nutzten die Blüten bei Erkältung und Husten. Bei uns ist die Nachtkerze für das tolle, aus den Samen gepresste Öl bekannt. Es enthält sehr viel Gamma-Linolensäure und wir nutzen die Pflanze, um das Immunsystem zu stärken, den Cholesterinwert und Blutdruck zu senken und um Entzündungen zu hemmen. Nachtkerzenöl unterstützt sehr gut bei Neurodermitis, PMS und Wechseljahrbeschwerden und beugt Herz- und Gefäßerkrankungen vor.
Nachtkerze räuchern
Alle getrockneten Teile der Nachtkerze können in eine Räucherschale, auf Holzkohle oder auf ein Räucherstövchen gegeben und verräuchert werden. Der Rauch hat eine ausgleichende, beruhigende, entspannende und harmonisierende Wirkung.
M ä d e s ü ß
Die nach Honig, Vanille und Mandeln duftende Wiesenblume verlieh früher dem Trunk der Germanen, dem Met, seinen Geschmack. Wegen des betörenden Duftes gehört Mädesüß auch zu den Bettstrohkräutern, die man, wie der Name schon sagt, ins Bett oder Liebesnest legte, um eine betörende Atmosphäre zu schaffen und zu entspannen. Imker rieben mit dem Mädesüß die Bienenstöcke aus, sodass die Bienen nach dem Ausschwärmen ihr Zuhause wiedererkannten. Während die Blüten ihren sommerlichen Duft in der Sonne versprühen, mögen es die Wurzeln frisch und eher feucht. Deshalb findet man in ihrer Nähe meistens auch einen Bach oder ein anderes Gewässer.
Mädesüß in der Pflanzenheilkunde
Mädesüß enthält genau wie die Weide Salicylsäurederivate und ist damit ein pflanzliches Aspirin. Sie lindert Kopfschmerzen und Neuralgien und hilft dabei, das Fieber zu senken. Es hemmt Entzündungen und wird gerne auch bei durch Rheuma oder Arthrose schmerzenden Gelenken genutzt.
Für einen Tee übergießt man 1-2 TL Mädesüßblätter und -blüten mit 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser und lässt es abgedeckt 5 min. ziehen.
Mädesüß räuchern
Der Rauch des Mädesüß desinfiziert und tötet Krankheitskeime und unterstützt Übergänge aller Art. Deshalb verwendet man es häufig in Ritualen, um mit anderen Welten in Kontakt zu kommen, aber auch um zum Beispiel von einem Lebensabschnitt in einen anderen überzutreten. Es fördert die Intuition und das Träumen. Es hellt die Stimmung auf und schenkt Licht und Lebensfreude. Man verräuchert die getrockneten Blüten, Blätter und Triebspitzen.
S t e i n k l e e
Der Steinklee, der im Volksmund auch Honigklee genannt wird, könnte seinen Namen nicht besser tragen: Was duften die kleinen, unzähligen Schmetterlingsblüten nach Sommer! Zu Zeiten der Germanen band man kleine Steinkleekränze, trocknete sie und warf sie 9 Monate später zu Ostara ins Feuer, um die Flammen anzuheizen und die Feuerkraft und das Licht zu stärken. Wegen seines süßen Geruchs gehört auch der Steinklee zu den Bettsrohkräutern und wurde gerne ins Liebesnest gelegt. Heute kann man das getrocknete Kraut auch ins Kräuterkissen geben.
Steinklee in der Pflanzenheilkunde
In der Pflanzenheilkunde benutzt man das blühende Kraut und hier vor allem die noch biegsamen Pflanzenteile. Sein Hauptan-wendungsbereich sind die Venen. Er stärkt die Wände und macht sie undurchlässiger. Das unterstützt z. B. sehr gut bei Hämorrhoiden, Krampfadern, schweren Beinen oder nächtlichen Krämpfen mit Juckreiz und Schwellungen. Auch bei Venenentzündungen kann man zu einer Steinkleesalbe greifen. Das schon oben erwähnte Kräuterkissen mit Steinklee hilft nicht nur beim Entspannen und Einschlafen, sondern wurde traditionell auch auf entzündete Gelenke oder Furunkel aufgelegt. In homöopathischen Dosen erleichtert Steinklee Kopfschmerzen und Migräne.
Steinklee räuchern
Getrocknetes Steinklee duftet leicht süßlich, warm und ein bisschen wie frisch geschnittenes Heu. Beim Verräuchern verfliegt das Aroma allerdings relativ schnell. Es entspannt, schenkt ein wohliges Gefühl und innere Ruhe und es erdet. Man verräuchert das getrocknete, blühende Kraut und die Samen.
Ein kleines Ritual zu Lughnasad
Zu Lughnasad spielen 3 Themen eine Rolle:
1. Sich bewusst zu werden, was bereits geerntet werden kann.
2. Sich bewusst zu werden, was noch etwas reifen muss und was es tu tun gibt, um den Reifeprozess zu unterstützen. (Z. B. mehr Pflege, Zeit oder die bewusste Entscheidung, sich von etwas zu trennen, um etwas anderem mehr Raum geben zu können.)
3. Eine klare Entscheidung treffen bzw. einen klaren Schnitt setzen, sodass die erste Ernte auch ohne zu zögern eingefahren wird.
Geh in die Natur und schau dir an, was dort gerade wächst. Welche Farben siehst du? In welchem Stadium sind die Pflanzen, die du siehst? Noch in der Blüte oder schon in der Fruchtreife oder vielleicht sogar schon in den Samen? Wie sieht das Licht zurzeit aus und wie stark scheint die Sonne noch? Pflücke dir in aller Ruhe beim Beobachten einen kleinen Blumenstrauß. Wenn du dich mit Kräutern bereits auskennst, sammele und trockne dir Heilpflanzen für die dunkle Jahreszeit.
Wenn du wieder nach Hause kommst, schneide ein A4-Blatt in 3 Streifen. Jeder Streifen steht für eins der drei Themen. Schreibe auf den ersten Streifen, was du bereits ernten konntest (ganz egal ob es etwas materielles oder immaterielles ist). Auf den zweiten Streifen schreibst du, was noch nicht ganz reif ist und noch etwas Zeit braucht. Und auf den dritten schreibst du, welche klare Entscheidung du heute (oder in den nächsten Tagen) treffen wirst, um deine Projekte, Ideen oder Wünsche voranzubringen. Anschließend rollst du jeden Streifen in Längsrichtung wie eine Spaghetti zusammen und verflechtest die drei miteinander. Um das Flechten zu erleichtern, kannst du den Anfang mit einer Reißzwecke an einem Stück Holz befestigen, dann rutschen sie nicht so leicht weg. Je nachdem wie fingerfertig du bist, kannst du auch noch Gräser mit einflechten. Dann wird zum „ersten Schnitt“ angesetzt. Sprich deine klare Entscheidung laut oder in Gedanken aus und schneide den Zopf durch. Du kannst die Zöpfe anschließend verbrennen und die Flammen um Transformation bitten oder sie in die Sonne legen und die transformierende Sonnenkraft nutzen. Mach es so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Alles ist erlaubt. Falls du gerade in einem intensiven Lebensabschnitt bist und viele verschiedene Gefühle hochkommen, versuch sie einfach nur wahrzunehmen. Du brauchst sie nicht unbedingt direkt verstehen. Viele Gefühle verschwinden relativ schnell wieder, wenn man ihnen einfach mal den Raum gibt, existieren zu dürfen, ohne verurteilt zu werden. Erinnere dich am Ende deines Rituals noch mal daran, was du in der Natur gesehen hast und nimm noch mal bewusst war, wie das Jahresrad sich weiterdreht und die Sonne zwar noch wärmt, aber wie auch diese Wärme nach und nach milder wird.
Sinnfragen zu Lughnasad
Die erste Ernte, der erste Schnitt, ist ein guter Zeitpunkt, um Selbstverantwortung zu übernehmen und genau hinzuschauen:
Was sind die schönen Dinge und Beziehungen in deinem Leben, die dich innerlich nähren und wärmen?
Wo in deinem Beruf, auf Arbeit oder mit welchen Menschen kannst du Sonne im Herzen und erfüllte Momente ernten?
Welche „Früchte“ konntest du in diesem Jahr oder in letzter Zeit schon ernten?
Auch die kleinen Ergebnisse zählen! Vielleicht hast du es geschafft, etwas zu erledigen, das du schon lange aufgeschoben hattest? Vielleicht hast du eine Arbeit, die dir keine Freude mehr bereitet, beendet und deine Fühler für etwas ausgestreckt, das dir mehr entspricht?
Und auf der anderen Seite: Welche Lebensbereiche sind noch nicht ganz reif und brauchen noch etwas Pflege?
Lässt du den Dingen genug Freiraum und Zeit zum Reifen?
Welche Momente, Projekte, Ideen sind vielleicht schon überreif und du solltest sie besser verabschieden, weil der rechte Zeitpunkt verpasst wurde?
Wo in deinem Leben gilt es vielleicht eine Grenze zu ziehen und einen Schnitt zu machen?
Welche Themen / Dinge / Beziehungen möchten beendet werden, weil sie überreif sind oder sowieso nichts mehr werden würden?
Feierst du Lughnasad und wenn ja, wie feierst du es?
Nachdem wir uns in meinen letzten Blogposts bereits mit dem Element Feuer und dem Element Luft beschäftigt haben, widmen wir uns heute dem Element Wasser.
In der Magie nutzen wir ständig die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Aber auch für das (Über-)Leben sind diese Elemente wichtig - und darin liegt schon ihre eigene Magie. Denn wenn nur eines auf diesem Planeten fehlen würde, könnten wir nicht überleben. Schließlich sind diese vier Elemente der Ursprung unseres Lebens. Es gab sie lange vor uns Menschen. Sie haben unsere Erde erschaffen, geformt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Die wilde Feuerkraft im Kern hat Erdmassen verschoben und Kontinente im Wasser des Lebens geformt – alles wohl behütet in einer Hülle aus Luft. Dieser gesamte Raum, aber auch die Sphären über das Irdische hinaus ist ein weiteres, ein fünftes Element – der Äther.
Die Korrespondenztabelle zu allen vier Elementen findest du in meinem Beitrag zum Thema Das Element Feuer in der Magie.
Das Element Wasser
In fast allen Mythologien gibt es Geschichten, wie das Leben aus dem Wasser entstanden ist, wie die Götter (und teilweise auch Dämonen) zusammengearbeitet haben um Leben aus dem Wasser zu erschaffen. Wasser ist somit neben der Erde eines der Element, die uns direkt nähern. Ohne Wasser können wir nicht sonderlich lange überleben. Wir selbst bestehen aus gut 70% Wasser, Säuglinge sogar aus 80-85%. Es ist also ganz klar, dass wir ohne Wasser nicht lebensfähig sind.
Durch den Beginn des Lebens im dunklen Wasser des Mutterlaibs steht das Wasser für das Unbewusste, für Träume, Intuition und Visionen. Es steht auch für den Kreislauf der Natur und die weiblichen Mysterien. Wasser repräsentiert die Grenzenlosigkeit aller Dinge und zeigt uns durch Ebbe und Flut und den Rhythmus der Wellen, dass alles im Leben diesem Rhythmus untergeordnet ist. Ein weiteres hermetisches Prinzip, das Prinzip des Rhythmus. Außerdem steht Wasser im mystischen Sinne auch für Ende, Veränderungen, Übergänge und Tod und ist dem Westen zugeordnet, wo die Sonne untergeht und ein Tag endet.
Das Element Wasser steht für Intuition, Träume, Visionen, Frieden, Mitgefühl und Verständnis, für Spiritualität und auch für Liebe, Musik, Illusion, Fantasie und den Flow der Lebensenergie.
In der Magie sind vor allem zwei Aspekte des Wassers interessant. Zum Einen wäre da die reinigende Wirkung des Wassers, zum Anderen – etwas subtiler – sind wir auf die fließende Kraft des Lebens angewiesen. Alles im Leben fließt und was kann dies besser verkörpern als das Wasser?
Die reinigende Wirkung des Wassers können wir zum Beispiel nutzen, wenn wir unsere Heilsteine mit neuer Energien laden möchten. Das Wasser entfernt dabei die alte, nicht mehr erwünschte Energie. Wir können Wasser aber auch mit Energien aufladen und so zum Beispiel Mondwasser oder auch Sonnenwasser herstellen.
Wasser speichert die Informationen, die ihm hinzugefügt werden. Schau dir nur einmal die Experimente von Masaru Emoto an, der die Struktur des Wasser darstellte, welches entweder positiver oder negativer Energie ausgesetzt wurde. Du kannst dein Wasser beispielsweise positiv aufladen, wenn du eine Glaskaraffe auf ein positives Symbol oder Wort stellt, wie die Liebe oder ein Herz.
In der Mythologie gibt es viele Wasserwesen wie die neun Töchter aus der Skáldskaparmál, Kinder des Riesen Ägirs und der Meeresgöttin Ràn. Sie sind Verkörperungen des Meeres, die Schäumende zum Beispiel oder auch die Fließende. Die neun Ägirstöchter gebaren gemeinsam Heimdall am Rande der Welt. Auch die Nymphen, Nixen oder Meerjungfrauen, der Klabauter, welcher als Wassergeist auf Schiffen wohnt, die Selkies (Seehunde, die sich in Frauen verwandeln können) gehören dazu. Wenn du also mit dem Wasser und den Wasserwesen arbeiten möchtest, wähle dir eines, das dich ruft. In der Pflanzenwelt ist das Angebot ebenso reichlich. Algen, Schilf, Kresse, das Mädesüß oder auch die Trauerweide am Ufer tragen die Kraft des Wassers in sich. Auch die Tierwelt hat viel zu bieten, denn heutzutage vermuten Forscher bis zu zehn Millionen verschiedene Arten an Lebewesen im Wasser, etwa acht mal mehr als an Land. Dies stellte sich heraus, als eine große Forschergruppe ab dem Jahr 2000 es sich zur Aufgabe machte, die Artenvielfalt zu untersuchen. Auch hier dürftest du keine Schwierigkeiten haben, ein Tier zu finden, dass dich ruft. Als Räucherwerk für die Arbeit mit dem Element Wasser empfehle ich dir Mädesüss verwenden, Lavendel, Kampher oder auch den Salbei. Heilsteine für die Arbeit mit dem Wasser sind alle Arten an Steinen, die durchscheinend sind wie der Mondstein, der Chrysopas oder auch der Aquamarin. Besonders verbunden mit dem Wasser ist ein Opal, welcher selbst bis zu 20% Wasser enthalten kann.
Das Element Wasser in der Runenmagie
In der Runenmagie ist ganz besonders die Rune Laguz von Bedeutung.
Laguz steht für Lebenskraft, Vitalität, Heilung, Erneuerung, Träume, Fantasie, Myterium und das Erreichen von Zielen anders als geplant erreichen. Man könnte auch sagen, sie ist die Quelle allen Lebens. So ist auch die Rune selbst eine Quelle für all die Möglichkeiten des Lebens. Lasse dich vom Fluss tragen und dir wird gegeben. Die Wasserkraft der Laguz kann Leben schenken und sie kann Leben vernichten. Ein kleiner witchy Tipp am Rande: Trage die Rune bei dir, wenn du einmal über See reisen solltest. Sie wird dich schützen.
Übungen zur Arbeit mit dem Element Wasser
Das Element Wasser absorbieren
Du brauchst dazu nur etwas ätherisches Jasmin Öl und etwas Räucherwerk für das Element Luft. Reinige dein Badezimmer mit deinem Räucherwerk und entferne dadurch alle negativen Energien. Fülle deine Badewanne mit kühlem Wasser oder stelle dich unter eine kalte Dusche. Zum Element Wasser gehört die kühle Eigenschaft, daher funktioniert die Übung besser mit kühlem oder kaltem Wasser.
Wenn du ein Bad nimmst, fülle die Badewanne mit kühlem Wasser und gib ein paar Tropfen Jasmin Öl hinein. Setz dich ins Wasser und bleibe ein paar Minuten darin. Wenn du duschen möchtest, stell dich unter die kühle Dusche und fühle wie das Wasser über deinen Körper hinab fließt. Verreibe ein paar Tropfen Jasmin Öl auf dein Herz-Chakra. Fokussiere dich jetzt auf das Wasser auf deiner Haut. Wie lässt es dich fühlen, sowohl körperlich als auch emotional?
Atme nun bewusst ein und inhaliere die Wasser-Energie um dich herum. Nimm die Wasser-Energie auch über deine Haut auf, bis sie dich komplett ausgefüllt hat. Halte die Energie eine zeitlang in deinem Körper fest und gib sie dann wieder mit einem geräuschvollen Ausatmen an die Umgebung ab. Behalte nur soviel du brauchst.
– Wie fühlt sich die Energie in deinem Körper an, wenn du sie aufnimmst?
– Wo hältst du sie im Körper fest? Auch nachdem du sie wieder abgegeben hast.
– Wie fühlt es sich an, wenn diese Energie deinen Körper wieder verlässt?
– Spürst du die Energie eher als Macht etwas zu Wagen oder zu Akzeptieren?
Element Wasser im aktiven Aspekt : Die Macht des Wagens
Wie alles im dualen Universum hat auch das Element Wasser eine passive und eine aktive, Seite, eine nach außen und eine nach innen gerichtete Kraft.
Die Macht zu Wagen bringt eine gewissen Furchtlosigkeit. Wasser kümmert sich nicht um Grenzen, weder Landesgrenzen durch die es bis zum Ozean fließt, noch kümmert es sich um die Beschaffenheit der Natur, wenn es sich langsam aber stetig seinen Weg bahnt. Der Ozean unterscheidet die Wassertropfen nicht und diskriminiert nicht, sondern akzeptiert alle Arten von Wasser. So möchte uns das Element Wasser dazu ermutigen, über von Menschen konstruierte, sozial akzeptierte und institutionalisierte Grenzen hinauszugehen und über alle künstlichen Grenzen von Kultur, Geschlecht, Rasse, Familie, Gesellschaft oder sonstige Linien hinweg mutig unseren eigenen Weg zu gehen.
Menschen mit starker Element Wasser Energie sind am besten dafür geeignet in der Beratung oder (Psycho-)Therapie, beim Film oder im medizinischen Bereich zu arbeiten. Sie sind Geschichtenerzähler, Sozialarbeiter, Ärzte und Heiler und häufig auch in ganzheitlichen Methoden und in den spirituellen Berufen zu finden, denn sie sind empathisch, verträumt, mitfühlend, liebevoll und emotional.
Wenn diese nach außen gerichtete, aktive Kraft des Elements zu stark wird, verlieren Menschen die Balance und wirken häufig weinerlich, traurig, depressiv, auf die Vergangenheit fixiert, grüblerisch, geheimnisvoll, emotional reaktiv oder verstehen keine persönlichen Grenzen und sind zu offen und persönlich.
Wenn du feststellst, dass das Element Wasser in dieser aktiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du mit einer einfachen Übung diese Energien wieder ausgleichen:
Geh in die Natur, irgendwo, wo du Wasser finden kannst. An einen See, einen Bach, einen Fluss. Falls das unmöglich ist, fülle deine Wanne oder ein Waschbecken mit Wasser. Lege deine Hände leicht auf die Wasseroberfläche und atme bewusst auf die Wasseroberfläche aus. Schließe die Augen und stell dir vor, dass blaue Wasser-Energie deinen Körper über deine Hände und deinen Atem verlässt und von Wasser wieder aufgenommen wird. Führe diese erdende Übung aus, bis du dich wieder ruhig und emotional ausgeglichen fühlst.
– Wo fühlst du dich mit der Macht zu Wagen verbunden und wo getrennt?
– War dieser Aspekt des Wassers ein wichtiger Teil deines bisherigen Lebens?
– Welche Rolle spielt etwas zu Wagen in deinem heutigen Leben?
Element Wasser im passiven Aspekt: Macht der Akzeptanz
Das Element Wasser in seiner nach innen gerichteten Komponente ist die Macht zu Akzeptieren und fokussiert sich mehr auf die Umgebung des Wassers. Akzeptieren bedeutet im Gegenteil zum Wagnis, bestehende Grenzen zu akzeptieren und anzunehmen. Symbole dafür sind der Kessel und der Kelch, die beide Flüssigkeiten halten, die Grenzen vorgeben und dem Element Wasser eine Form geben.
Im alltäglichen Sinne kann das bedeuten, dass du die Umstände deines Lebens, deines Körpers, deiner Umwelt, deiner Familie, Freunde oder Arbeit zu akzeptieren übst. Genau zu wissen wo du gerade stehst und dir zu überlegen wo du von dort aus als nächstes hin möchtest. Den Lauf der Dinge im Leben zu akzeptieren, das Kommen und gehen der Wellen, der Jahreszeiten auch in den Beziehungen zu sehen die wir haben. Sowohl die schönen als auch die unschönen oder unangenehmen Dinge zu akzeptieren, als das was sie sind.
Akzeptanz ist die goldene Tür der Möglichkeiten, Gelegenheiten und Chancen. Zuerst musst du dir bewusst werden, was gerade in deinem Leben tatsächlich los ist, damit du die Möglichkeit nutzen kannst und deine nächsten Schritte planen kannst. Ohne Akzeptanz, ohne genaues Hinsehen-Wollen sind wir paralysiert und bleiben unfähig zu handeln, da wir die aktuelle Situation ja nicht wahrhaben wollen.
Wird das Element Wasser in seinem passiven Aspekt aber zu dominant, wirken Menschen häufig starr, alarmiert,, selbstironisch, Grenzen einfordernd, brauchen hohe Struktur und Ordnung oder können nur das annehmen, was definiert werden kann.
Wenn du feststellst, dass das Element Wasser in dieser passiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du dies ganz einfach ausgleichen. Geh in die Natur, ans Wasser. Stell dich direkt davor, öffne die Arme, schließe die Augen und lade die Wasser-Energie in dein Wesen ein. Stell dir vor, du bist durchsichtig und das Wasser und seine kühle, langsam fließende Energie kann direkt durch dich hindurch fließen. Bleibe in dieser Visualisierung, bis du dich ausgeglichener fühlst.
– Wo fühlst du dich mit der Macht der Akzeptanz verbunden und wo getrennt davon?
– Was sind die Gefahren des Akzeptierens?
– Wo könnte dein Leben von der Macht des Akzeptierens bereichert werden?
Wie zeigt sich das Element Wasser in deinem Leben und wo fehlt es vielleicht?
Nachdem wir uns in meinem letzten Blogpost bereits mit dem Element Feuer beschäftigt haben, widmen wir uns heute dem Element Luft.
In der Magie nutzen wir ständig die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Aber auch für das (Über-)Leben sind diese Elemente wichtig - und darin liegt schon ihre eigene Magie. Denn wenn nur eines auf diesem Planeten fehlen würde, könnten wir nicht überleben. Schließlich sind diese vier Elemente der Ursprung unseres Lebens. Es gab sie lange vor uns Menschen. Sie haben unsere Erde erschaffen, geformt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Die wilde Feuerkraft im Kern hat Erdmassen verschoben und Kontinente im Wasser des Lebens geformt – alles wohl behütet in einer Hülle aus Luft. Dieser gesamte Raum, aber auch die Sphären über das Irdische hinaus ist ein weiteres, ein fünftes Element – der Äther.
Das Element Luft
Luft ist ein Gemisch mehrerer Stoffe, hauptsächlich Stickstoff und Sauerstoff. Sie bildet eine Kuppel um unsere Erde. Wir reden auch von Luft, wenn wir Stürme und Winde meinen. In der Magie brauchen wir die Luft vor allem für unseren Atem. Mit ihm formen wir Wörter, Reime, Zauberformeln. Wir können besprechen, beschwören, rufen, bannen – und all dies mit der Kraft unseres Atems, quasi der Atemluft. Das Element Luft steht aber auch für Veränderung. Wenn wir in die Welt der Mythologie eintauchen, stehen hier Feen und Elfen für die Luft, die mit ihren kleinen Zauberflügeln durch die Lüfte schweben. Eine andere Wesensart sind die Sylphen. Sie haben einen filigranen, feinen menschenähnlichen Körper. In der Pflanzenwelt wäre die Pusteblume bzw. der Löwenzahn symbolisieren die Luft. Aber auch andere Korbblütler wie der Sonnenhut, die Ringelblume oder die echte Goldrute sind dem Element Luft zugeordnet. In der Tierwelt wären es dann die Vögle, Insekten und Schmetterlinge, die für dieses Element stehen. Wenn du mit der Luft arbeitest, empfehle ich dir, dir ein Tier auszusuchen, zu dem du dich besonders hingezogen fühlst. Der Bergkristall passt gut, aber auch der Chalcedon, ein Topas, der Amethyst, der Citrin oder der Smaragd. Allen Steinen gemein ist, dass sie durchscheinend sind. Als Räucherkräuter passen hier Alantwurzel, Angelikasamen, Holunderblüten, Kamillenblüten, Anis oder Dammar sehr gut. Sie helfen dir einen klaren Kopf zu bekommen oder passender formuliert, sie pusten deinen Kopf frei. Für eine magische Verbindung mit der Luft gibt es einen ganz einfachen Weg. Gehe hinaus und atme selbige bei einem Spaziergang reichlich ein, frisch und unverpackt! Es wird dir den Kopf frei pusten und dich klarer denken lassen. Wenn du mit der Luft arbeiten möchtest, kannst du dies auch mit Hilft von Federn oder einem Athame (dem rituellen Dolch) tun. Als Kristalle passen hier Bergkristall, Chalcedon, Topas, Amethyst, Citrin oder Smaragd. Allen Steinen gemein ist, dass sie durchscheinend sind.
Auch in vielen östlichen Kulturen kommt dem richtigen Atmen eine große Bedeutung zu wie z.B. beim Meditieren, beim Pranayama Atmen im Yoga oder bei diversen Breathwork Arten.
Zu guter Letzt: Das lateinische Wort Spiritus “Geist” bedeutet übersetzt “lebendiger/s Dunst/Gas”, was natürlich die Luft ist.
Das Element Luft in der Runenmagie
In der Runenmagie gibt es gleich mehrere Runen, die dem Element Luft zugeschrieben werden. Allerdings möchte ich die Rune Ansuz hier besonders hervorheben.
Ansuz steht für Weisheit, Inspiration, Ekstase, Visionen, aber auch für Gesundheit, Harmonie, Wahrheit und den guten Rat. Sie schafft somit Ordnung in uns, klärt unaufgeräumtes auf und lässt den Nebel unserer Gedanken gehen. Unser Verstand wird scharf und unser Geist frei.
Verschiedene Übungen zur Arbeit mit dem Element Luft
Das Element Luft als Lebensatem erfahren
Setz dich für 10 Minuten ruhig hin, schließe deine Augen und konzentriere dich nur auf deinen Atem. Achte dabei auf folgende Empfindungen:
– Wo spürst du die Luft deinen Körper betreten? Wo deinen Körper verlassen?
– Welche Energien bringt die Luft in deinen Körper mit und wo spürst du diese Energie?
– Wo speichert dein Körper diese Energien (falls er sie speichert)?
– Wie fühlt es sich an, dich auf deinen Atem und diese Empfindungen zu konzentrieren?
Element Luft in seinem aktiven Aspekt : Die Macht zu Wissen
Wie alles im dualen Universum hat auch das Element Luft eine passive und eine aktive, eine dunkle und eine helle Seite, eine nach außen und eine nach innen gerichtete Kraft. Die nach außen gerichtete Kraft ist die sichtbare, aktive Komponente, die nach innen gerichtete Kraft ist der unsichtbare, rezeptive, innerliche Prozess der subtilen Kräfte der Luft.
Die Macht zu Wissen steht für den Erwerb eines rationalen Verständnisses der Welt um dich herum und bezieht sich auf Wissen, Kommunikation, Erziehung, Ausbildung, Lernen, Denken und Sprechen. Das Element Luft ist bei allen stark ausgeprägt, die im Theater, beim Film, Fernsehen oder Radio arbeiten, die schauspielern, schreiben, produzieren, veröffentlichen oder sich mit Philosophie, Psychologie und Bildung beschäftigen.
Wenn diese nach außen gerichtete Kraft des Elements zu stark wird, verlieren Menschen die Balance und wirken häufig zu flüchtig oder gesprächig, übermäßig analytisch, hyperkognitiv, ausschließlich rational und nur in der Lage, die Welt durch mentales Verständnis zu erfahren.
Wenn du feststellst, dass das Element Luft in seiner aktiven Energie bei dir überhand genommen hat und du zu analytisch oder auf Wissen fixiert bist, kannst du mit einer einfachen Übung diese Energien wieder ausgleichen:
Stell dich in den Wind, in den Sturm, vor einen Ventilator, irgendwo hin wo es ordentlich bläst und schau direkt in den Wind. Öffne deine Arme und heiße das Element Luft willkommen. Schließe deine Augen und stell dir vor, du seist transparent und der Wind bläst direkt durch dich hindurch und nimmt dabei alle deine Gedanken und dein Wissen mit und du bleibst leer und sauber zurück. Halte diese Visualisierung für einige Minuten, bis du dich zentrierter fühlst.
– Wo fühlst du dich mit der Macht des Wissens verbunden und wo getrennt?
– War Wissen ein wichtiger Teil in deinem Leben, deiner Erziehung, deiner Kultur?
– Welche Bedeutung spielt Wissen heute in deinem Leben?
Element Luft in seinem passiven Aspekt : Die Macht zum Staunen
Das Element Luft in seiner nach innen gerichteten Komponente ist die Macht zum Staunen, zum Wundern und damit der direkte Gegenpol zum aktiven Aspekt, zum Wissen. Eines der ältesten hermetischen Gesetze besagt, dass Gegensätze die beiden entgegengesetzten Pole derselben Sache sind und daher immer alchemisch ins Gegenteil verkehrt werden können, z.B. Liebe und Hass. Dadurch, dass das Staunen also der entgegengesetzte Pol zum Wissen ist, ist es sozusagen die absolute Abwesenheit von Wissen.
Wer wieder Staunen können will, muss vergessen was er weiß und die Welt mit den Augen eines Kindes betrachten können. Auch was wir über unsere Beziehung zu Anderen und zur Welt wissen, all unser Schubladendenken, müssen wir aufgeben. Die Welt ist sowieso in ständigem Wandel und alles was wir wissen, kann morgen falsch sein. Wer sich an Mustern und Fakten festhält, wird steif, unflexibel und kraftlos.
Hexen können über die Grenzen des Wissens und der Fakten hinaussehen und die Wahrheit entdecken, die uns in jedem Moment des Lebens präsentiert wird ohne dabei sofort alles in Schubladen zu stecken und zu (be)urteilen oder in mentale Denkstrukturen zu pressen.
Wenn das Element Luft in diesem Aspekt jedoch übermächtig wird, dann verliert der Mensch die feine Balance im Leben und wird unaufmerksam, schläfrig, ablenkbar, begriffsstutzig, träge und stumpfsinnig im Denken.
Wenn du feststellst, dass das Element Luft in seiner passiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du mit einer einfachen Atemübung diese Energie wieder ausgleichen:
Setz dich bequem aber gerade aufrecht hin. Anstatt einzuatmen, beginne mit einem langen Ausatmen bis dein Brustkorb komplett luftleer ist. Erlaube deiner Solar Plexus Region, deinem Zwerchfell, sich komplett anzuspannen und zusammenzuziehen, lass alle Luft raus. Wenn du dein Limit erreicht hast, es soll ja nicht unangenehm werden oder weh tun, dann lass einfach locker und lass deine Lungen sich ganz natürlich wieder mit Luft füllen.
Versuche nicht bewusst tief einzuatmen um dem Starken ausatmen entgegenzuwirken, sondern atme nur ganz normal entspannt ein. Wiederhole diese “umgedrehte Atmung” noch 3 weitere Male und lass dann zu, dass sich dein Atem wieder normalisiert und in seinen natürlichen Rhythmus zurückfindet. Dein Kopf sollte jetzt wieder etwas fokussierter und klarer sein, falls nicht wiederhole die
– Wo fühlst du dich mit der Macht des Staunens verbunden und wo getrennt?
– Wo siehst du die Gefahr des Nicht-Wissens?
– Könnte Nicht-Wissen Vorteile für dein Leben mitbringen?
Wie zeigt sich das Element Luft gerade in deinem Leben?
Diese kleine Serie meiner Blogposts befasst sich mit dem Arbeiten mit den 4 Elementen: – Mit dem Element Luft – Mit dem Element Feuer – Mit dem Element Wasser – Mit dem Element Erde
In der Magie nutzen wir ständig die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Aber auch für das (Über-)Leben sind diese Elemente wichtig - und darin liegt schon ihre eigene Magie. Denn wenn nur eines auf diesem Planeten fehlen würde, könnten wir nicht überleben. Schließlich sind diese vier Elemente der Ursprung unseres Lebens. Es gab sie lange vor uns Menschen. Sie haben unsere Erde erschaffen, geformt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Die wilde Feuerkraft im Kern hat Erdmassen verschoben und Kontinente im Wasser des Lebens geformt – alles wohl behütet in einer Hülle aus Luft. Dieser gesamte Raum, aber auch die Sphären über das Irdische hinaus ist ein weiteres, ein fünftes Element – der Äther.
Das Element Feuer
Das Element Feuer repräsentiert im weitesten Sinne Energie, so auch die Energie unseres Körpers, die Lebensenergie. Außerdem steht es auch für Licht, Wärme, Leidenschaft, Stärke und Aktion. Wegen seiner Dynamik wird es oft als maskuline, aktive Energieform gesehen. Ohne Wärme und Licht könnten wir nicht überleben. In der Magie nutzen sowohl die nährenden, als auch die zerstörerischen Kräfte des Feuers. Möchten wir etwas auflösen, so können wir es dem Feuer übergeben.
In der Hermetik ist Feuer das erste Element, dass aus dem reinen Geist hervorging, in anderen Worten also das stärkste, reinste Element, gleich nach dem reinen Geist. In alten Kulturen hatte Feuer daher immer eine heilige Bedeutung und steht für das Göttliche. So unter anderem auch im Christentum, wo Gott Moses auf dem Berg als brennender Dornbusch erschien.
Dem Element Feuer wird außerdem eine transformative Eigenschaft zugesprochen. Was immer man ins Feuer gibt, wird in seiner Substanz verändert und wird nie wieder wie vorher sein. Feuer setzt das Licht und die Energie frei, die immer schon in den Dingen vorhanden war. So ist symbolisch auch unser inneres Feuer transformativ. Es bringt uns dazu der Welt unser inneres Licht zu zeigen, aktiv zu werden, nach außen zu gehen. Es bewegt uns und was immer wir mit unserer Anwesenheit berühren wird nie mehr wie vorher sein.
Das Element Feuer steht für Aktion, Bewegung, Leidenschaft, Wut, Ärger, Stärke, Sexualität, Leistung, Meisterschaft, Macht, Kraft und Transformation. Die dem Element Feuer zugeordneten Räucherkräuter sind z.B. Basilikum, Nelkenknospen, Zimt, Ysop und Rosmarin. In der Pflanzenwelt sind es die Brennnessel und der Zunderschwamm, die wie keine anderen Pflanzen für das Element Feuer stehen. Als Steine empfehle ich Rubin, Feuerachat oder Granat. Natürlich lassen sich auch andere Feuersteine finde. Als Metall wäre hier Eisen zu nennen. Im Schamanismus gibt es auch Wesenheiten wie den Phönix und den Drachen, die auch als Krafttiere dem Feuer zugeschrieben werden.
Das Element Feuer in der Runenmagie
Das Element Feuer lebt in der Runenmagie vor allem in der Rune Kenaz.
Kenaz steht für Vision, Offenbarung, Weisheit, Kreativität, aber auch für Lebensenergie und Regeneration. Daher ist sie auch das Licht der Kerze und das Knistern der Scheite im Herd.
Übungen zur Arbeit mit dem Element Feuer
Das Element Feuer erfahren
Du brauchst eine rote Kerze oder viele Teelichter. Finde einen ruhigen Ort und setze dich abends mit der Kerze hin. Räuchere deinen heiligen Raum um negative und blockierte Energien zu reinigen
Zünde sie an und fokussiere deinen Blick auf die Flamme. Stell dir vor, wie du mit jedem Einatmen, die Feuer-Energie der Flamme inhalierst. Stell dir vor, dass diese Energie zu deinen Füßen sinkt und dich von dort her langsam immer mehr auffüllt, bis zu deinen Haarspitzen. Halte die Energie eine Weile bewusst in deinem Körper fest und lasse sie dann ebenso bewusst wieder los. Gib sie mit einem hörbaren lauten Ausatmen in deine Umwelt zurück. Behalte nur soviel Feuer-Energie wie du brauchst und sich gut anfühlt.
Wie fühlt sich die Energie in deinem Körper an, wenn du sie aufnimmst?
Wo hältst du sie im Körper fest?
Wie fühlt es sich an, wenn diese Energie deinen Körper wieder verlässt?
Wie fühlt es sich an Feuer-Energie in deinem Körper zu sammeln?
Element Feuer im aktiven Aspekt : Die Macht des Willens
Wie alles im dualen Universum hat auch das Element Feuer eine passive und eine aktive, Seite, eine nach außen und eine nach innen gerichtete Kraft.
Die Macht des Willens steht für Meisterschaft, dafür den eigenen, individuellen Willen auszuführen und für Bewegung. Für Hexen bedeutet das, seinen eigenen Willen zu verwirklichen. Feuer steht auch für Direktheit, Aufmerksamkeit und Durchsetzungsvermögen.
Das Element Feuer ist bei allen stark ausgeprägt, die in Führungspositionen arbeiten oder in Jobs in welchen man schnelles Denken und Handeln oder körperliche Stärke benötigt. Feuer-Menschen sind häufig schnell und agil, sowie leidenschaftlich, sexuell, durchsetzungskräftig, athletisch, zielorientiert und ein wenig scharfzüngig.
Wenn diese nach außen gerichtete Kraft des Elements zu stark wird, verlieren Menschen die Balance und wirken häufig feindselig, wütend, aggressiv, destruktiv, zu fokussiert auf das Sexuelle, nervös, überfordert, ungeduldig, fordernd, hinterhältig, wettbewerbssüchtig oder rachsüchtig. Häufig können diese Menschen mit der Welt dann nur über Leistung und Aktion interagieren.
Wenn du feststellst, dass das Element Feuer in seiner aktiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du mit einer einfachen Übung diese Energien wieder ausgleichen:
Mach ein Lagerfeuer, ein Feuer in einem Ofen oder zünde 4 oder mehr rote Kerzen an. Stell dich vor das Feuer, öffne deine Arme, atme tief durch und lade die Feuer-Energie in dein Wesen ein. Stell dir vor, du bist transparent und das Feuer brennt alles in dir weg, die Hitze geht direkt durch dich hindurch. Bleibe in dieser Visualisierung so lange wie nötig.
Wo fühlst du dich mit der Macht des Willens verbunden und wo getrennt?
War dieser Aspekt des Feuers ein wichtiger Teil deines bisherigen Lebens?
Welche Rolle spielt das Wollen und der Willen in deinem heutigen Leben?
Element Feuer im passiven Aspekt : Die Macht zur Kapitulation
Das Element Feuer in seiner nach innen gerichteten Komponente ist die Macht zur Kapitualtion und steht dafür, sich dem universellen Willen zu öffnen, für Gruppenleistung im Gegensatz zu eigenem Wollen und für das Nicht-Streben. Eines der ältesten hermetischen Gesetze besagt, dass Gegensätze die beiden entgegengesetzten Pole derselben Sache sind. Damit ist dieser Aspekt, die Kapitulation, der genaue Gegenpol des aktiven Aspekts und klingt in unserer westlichen Welt erst einmal wie etwas kraftlosen. Kapitulation klingt nach Aufgeben.
In der magischen Welt bedeutet kapitulieren jedoch ein Nachgeben, ein Loslassen und den eigenen Willen unter den universellen oder göttlichen Willen zu stellen, sich diesem hinzugeben. Es bedeutet Nicht-Wollen. Es bedeutet nicht darauf zu bestehen, dass die Energien deines Lebens in eine von dir gewünschte Richtung fließen. Wenn du in dieser Art kapitulierst, dann kommst du in Harmonie mit dem Fluss der Lebensenergie und du lernst mit allem zu leben, was eben gerade passieren muss oder will oder einfach tut.
Dieses sich Hingeben entspringt einem tiefen Verständnis, dass die Lebensenergie nicht in eine bestimmte Richtung fließen muss, da du diese Energie bist. Es bedeutet loszulassen in dem tiefen Vertrauen in die Natur und das Leben und das Göttliche und daran, dass alles am richtigen Platz ist, genau da wo es gerade sein soll.
Es bedeutet deinen physischen und psychischen Stress und deine Anspannung loszulassen, es bedeutet deine emotionale Anspannung loszulassen. Es bedeutet die Kontrolle loszulassen und das Beharren darauf, dass du unbedingt deinen Willen zu bekommen. Es bedeutet auch, den Job zu verlassen, der zwar mehr Geld bringt aber dich unglücklich macht, ebenso mit der Beziehung oder der Freundschaft oder den Glaubenssätzen über dich selbst.
Es geht nicht ums Machen, es geht ums Sein. Und es kommt aus einem tiefen Vertrauen in die Mächte der Natur und des Universums, die uns im Gegenzug erlaufen damit zu arbeiten.
Die Natur funktioniert genau so. Die Wellen kommen und gehen und wehren sich nicht dagegen. Alles hat seine Zeit und es kommt wie es kommen muss, kein Element, kein Ding in der Natur versucht dagegen zu kämpfen sondern geht mit dem Flow und übt Akzeptanz. Und wenn wir die Natur spiegeln und uns anpassen verbinden wir uns mit der Natur, werden eins mit der Natur und dem Göttlichen und finden unsere wahre Kraft die wir aus der Natur ziehen.
Wenn das Element Feuer in diesem Aspekt jedoch übermächtig wird, dann verliert der Mensch die feine Balance im Leben und wird faul, depressiv, abhängig, inaktiv, untätig, indirekt, stark passiv oder handlungsunfähig.
Wenn du feststellst, dass das Element Feuer in dieser passiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du dies ganz einfach ausgleichen. Werde aktiv. Mach Sport. Geh laufen oder spazieren. Mache es regelmäßig für ein paar Tage und versuche deinen Kopf währenddessen auszuschalten. Spürst du nach dem Sport die Vibration der Feuer-Energie in deinem Körper. Wie aktiv und stark du dich fühlst. Dass du auch im Kopf hellwach und voller Power bist? Wie lebendig du dich fühlst. Jetzt geh und sei im Leben genauso aktiv!
Wo fühlst du dich mit der Macht des Kapitulierens verbunden und wo getrennt?
Wo siehst du die Gefahr beim Kapitulieren und Loslassen?
Könnte Loslassen und Kapitulieren Vorteile für dein Leben mitbringen?
Die Elemente und ihre Korrespondenzen
Im folgenden habe ich eine Korrespondenz- Tabelle über alle vier Elemente zusammengetragen.
Luft
Feuer
Wasser
Erde
Farbe
Gelb, Weiß
Rot
Blau
Green, Braun, Schwarz
Richtung
Osten
Süden
Westen
Norden
Tageszeit
Morgendämmerung
Mittag
Abenddämmerung
Mitternacht
Jahreszeit
Frühling
Sommer
Herbst
Winter
Lebensphase
Geburt/Kindheit
Jugend
Erwachsenenalter
Alter/Tod
Herrscht über
Gedanken, Kommunikation, Wissen
Leidenschaft(en, physische Stärke, Aktion
Träume, Visionen, Emotionen
Praktikabilität, Stille, Kontemplation
Mystische Bedeutung
Macht zu Wissen
Macht zu Wollen
Macht zu Wagen
Macht der Stille
Wo ist das Element Feuer in deinem Leben zu finden und wie lebst du es aus? Oder musst du vielleicht etwas mehr Feuer in dein Leben bringen? Wie haben die beiden ausgleichenden Übungen bei dir funktioniert?