Das Element Erde in der Magie
Nachdem wir uns nun bereits mit den Elementen Feuer, Luft und Wasser beschäftigt haben, widmen wir uns heute dem vierten Element, der Erde.
In der Magie nutzen wir ständig die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Aber auch für das (Über-)Leben sind diese Elemente wichtig - und darin liegt schon ihre eigene Magie. Denn wenn nur eines auf diesem Planeten fehlen würde, könnten wir nicht überleben. Schließlich sind diese vier Elemente der Ursprung unseres Lebens. Es gab sie lange vor uns Menschen. Sie haben unsere Erde erschaffen, geformt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Die wilde Feuerkraft im Kern hat Erdmassen verschoben und Kontinente im Wasser des Lebens geformt – alles wohl behütet in einer Hülle aus Luft. Dieser gesamte Raum, aber auch die Sphären über das Irdische hinaus ist ein weiteres, ein fünftes Element – der Äther.

Das Element Erde
Die Erde ist neben dem Wasser eines der beiden Elemente, die uns direkt nähren. Sie lässt Pflanzen gedeihen, ist das Fundament für unser Leben. In der magischen Arbeit hat sie vor allem durch die Praxis des Sich- Erdens eine große Bedeutung. Was aber bedeutet das eigentlich? Wir wissen aus der Physik, dass eine Erdung des elektrischen Stromes wichtig ist. Es werden dabei – vereinfacht ausgedrückt – elektrische Strömungen in das Erdreich abgegeben. So sind wir recht gut vor einem Stromschlag geschützt. Damit bei uns selbst die Sicherungen nicht durchbrennen, müssen auch wir uns immer wieder erden. Wir können damit zweierlei bewirken. Auf der einen Seite können wir überschüssige Energie an das Erdreich abgeben, auf der anderen Seite können wir Defizite in unserem Energiehaushalt ausgleichen. Eine gute Erdung bedeutet, dass wir nicht abheben, uns nicht verlieren und „den Boden der Tatsachen“ nicht aus den Augen verlieren. Bei der Erdung machen wir uns die Kräfte der Erde zu nutze und können so unsere eigenen Kräfte mit ihrer Energie nähern.

Das Element Erde repräsentiert die verschiedenen Formen physischen Ausdrucks in unserer Existenz. Im magischen Sinne ist die Erde ein weibliches Element, sie schenkt Leben und erhält es, nährt es – so wie Frauen Leben schenken und ernähren. Wie oben so unten, wie im Großen, so im Kleinen (siehe das Buch Kybalion)* – Mikrokosmos und Makrokosmos, wie die Erde, so die Frau.
Das Konzept der Erde als Göttin ist nicht nur im alten Europa zuhause gewesen, sondern weltweit zu finden. In fast jeder alte Kultur und Tradition findet sich dieses Konzept, egal ob in Afrika, dem nahen Osten, Indien, Japan, Sibirien, Nord-, Zentral- und Südamerika oder Australien.
Aber die Erde ist mehr als nur unser Heimatplanet oder ein Göttinnen-Konzept. Sie ist der authentische energetischer Ausdruck von Solidität, Substanz, Form, Manifestation, Verkörperung und Erdung. Sie repräsentiert das Netz, das uns mit allen Lebewesen – Menschen, Tieren, Pflanzen, Mineralien – verbindet. Die Erde repräsentiert auch Praktikabilität, körperliches Vergnügen und Überfluss. Das Element Erde ist dem Norden zugeordnet, welcher für Dunkelheit, noch nicht geformtes Potential, für die Leere und das Unbenannte steht. Das Element Erde steht für Standhaftigkeit, Substanz, Form, Manifestation, Verkörperung, Vergnügen, Genuss, Geld, Arbeit, Zuverlässigkeit, die Jahreszeiten und Erdung. Eine außerordentliche Kraftquelle für die Erde sind die Bäume, welche auf ihr wachsen. Da wir gerade beim Thema Erdung waren – umarme doch einmal einen dieser Exemplare, wie wäre es mit einer schönen alten Eiche. Ich bin sicher, du wirst ihre Kraft in deinem Inneren spüren. Je verwurzelter der Baum, desto stärker seine Erdkraft. Hast du schon einmal die Power eines Baumes gespürt, dessen riesige, knorrige Wurzeln sich um den Baum finden, so dass wir ihre imposante Erscheinung von außen bewundern können. I In diesen Wurzelverzweigungen leben gerne die ein oder anderen Naturwesen, manchmal sogar die kleinen Kobolde, obwohl diese sich doch lieber in Haus und Stall aufhalten und dort ihren Schabernack treiben. Noch tiefer im Erdreich fühlen sich die Zwerge und Gnome wohl. Sie lieben alle Arten von funkelnden Steinen und Mineralien. Und in ihrem kleinen Wesen steckt jede Menge Erdenergie. Aber kommen wir noch einmal zurück zu den Pflanzen. Möchtest du die Erdkraft der Pflanzen nutzen, so iss jede Menge Wurzelgemüse oder eine deftige Kartoffelsuppe.
In der Tierwelt kannst du alle Wesen in das Erdreich einordnen, die dort ihre Behausungen bauen – angefangen bei dem kleinen Feldhamster, über die Maus bis hin zum Fuchs. Vergiss aber auch die ganz kleinen Erdbewohner nicht, all die Krabbeltierchen oder auch die Regenwürmer. Sie alle stehen für die Erdenergie.
Als Räucherkräuter empfehle ich dir für die Arbeit mit der Erde folgende Pflanzen Alantwurzel, Hopfendrüsen, Iriswurzel, Kalmuswurzel, Mädesüss, Lemongrass, Myrrhe und Patchouli. Solltest du mit Steinen arbeiten, sind Bernstein, welches direkt dem Harz der Bäume entspringt zu empfehlen. Aber natürlich sind auch Schiefer oder auch versteinertes Holz weitere Kraftquellen, die dich mit der Erdenergie verbinden werden.
Das Element Erde in der Runenmagie
Wenn du dich über die Runen mit dem Element Erde verbinden möchtest, ist die Rune Berkana am besten geeignet.

Berkana steht für Fruchtbarkeit, Wachstum, Erholung, Neubeginn, positive Herausforderung, Geduld und das Verwirklichen neuer Ideen. In ihr wirkt jede Menge an erdiger Energie. Trage sie doch einmal eine Weile bei dir und schau was passiert.
Übungen zur Arbeit mit dem Element Erde
Das Element Erde halten
Geh hinaus in den Wald, irgendwo, wo du ungestört bleibst. Wenn du deinen Ort gefunden hast, ziehe einen kleinen Schutzkreis aus Salz um dich (beginne im Osten und streue den Kreis im Uhrzeigersinn), räuchere dich selbst und deinen Kreis und lege dich auf die Erde, den Kopf Richtung Norden. Spüre die Erde und ihre Energie. Was spürst du körperlich? Was spürst du emotional?
Nachdem du ein paar Atemzüge einfach nur auf deine Empfindungen geachtet hast, beginne dir vorzustellen, dass du bei jedem Atemzug die grüne Energie der Erde unter dir über die Berührungspunkte mit deinem Körper aufnimmst. Halte diese Erd-Energie für eine Weile in deinem Körper und spüre sie ganz bewusst. Lass dann mit einem geräuschvollen Ausatmen die Erd-Energie wieder los und gib sie an die Erde zurück.
- – Wie fühlt sich die Energie in deinem Körper an, wenn du sie aufnimmst?
- – Wo hältst du sie im Körper fest? Auch nachdem du sie wieder abgegeben hast.
- – Wie fühlt es sich an, wenn diese Energie deinen Körper wieder verlässt?
- – Spürst du die Energie eher als Macht der Stille oder Macht der Resonanz?
Element Erde im aktiven Aspekt : Die Macht der Stille
Wie die anderen 3 Elemente hat natürlich auch das Element Erde eine passive und eine aktive Seite, eine nach außen und eine nach innen gerichtete Kraft.
Die Macht der Still klingt zuerst gar nicht nach einem aktiven, dynamischen Aspekt. Eine stille Präsenz klingt für uns nicht nach Aktion. Und das Element Erde möchte uns zeigen wie man Gegensätze verbindet und wie Paradoxes doch existieren kann.
Ja, die Stille ist passiv im Sinne von Innehalten, still sein, pausieren. Sie öffnet Körper, Geist und Seele für ein tieferes Verständnis. Die Stille repräsentiert die Leere. Und diese Leere, die die Yogis “shunyata” (die ursprüngliche Leere aller Dinge) nennen, ist voller Potential. Die Leere ist jederzeit bereit unser volles Potential zu realisieren, sich selbst als etwas neues zu manifestieren – als Tiere, Menschen, Bäume, Straßen, usw. Daher ist diese Leere eigentlich eine unglaubliche Fülle. Deshalb steht die Stille, die Leere für den aktiven Aspekt des Elements Erde, als Symbol für die Bereitschaft und für grenzenloses Potential.
In diesem aktiven Aspekt steht das Element Erde daher für materiellen Gewinn, Reichtum, Wohlstand, Arbeit, Dienen, Stärke, Standhaftigkeit, Ehrlichkeit, Praktikabilität, Vergnügen, Genuss und Komfort, Musik und Kunst.
Menschen mit starker Element Erde Energie genießen die einfachen Dinge im Leben wie gutes Essen, guten Sex und einen schönen Ort zum Leben. Sie sind praktisch veranlagt und meist sehr ausgeglichen und geerdet, vor allem in ihrem Verhalten in Situationen, die andere Menschen als komplex oder kompliziert bezeichnen. Sie bewahren Ruhe. Diese Menschen arbeiten sehr gut als Immobilienmakler, Banker, Investoren, Ingenieure, Bauern, Archäologen, Architekten, aber auch als Ärzte.
Wenn diese nach außen gerichtete, aktive Kraft des Elements zu stark wird, verlieren Menschen die Balance und wirken häufig starr, hartnäckig, pessimistisch, konventionell, grausam, besorgniserregend, inaktiv, besitzergreifend, dumm, träge, gierig oder begehrend.
Wenn du feststellst, dass das Element Erde in dieser aktiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du mit einer einfachen Übung diese Energien wieder ausgleichen:
Geh in die Natur, irgendwo, wo du nackte Erde finden kannst. Falls du keine Erde finden kannst, funktioniert diese Übung auch mit einer Schüssel voll Salz. Lege deine Hände leicht auf die Erde (oder das Salz) und atme bewusst auf die Erdoberfläche (oder das Salz) aus. Schließe die Augen und stell dir vor, dass grüne Erd-Energie deinen Körper über deine Hände und deinen Atem verlässt und von der Erde (oder dem Salz) wieder aufgenommen wird. Führe diese erdende Übung aus, bis du dich wieder ausgeglichen und gelassen fühlst.
- – Wo fühlst du dich mit der Macht der Stille verbunden und wo getrennt?
- – War die Stille ein wichtiger Teil deines bisherigen Lebens?
- – Welche Rolle spielt Stille und Schweigen in deinem heutigen Leben?
Element Erde im passiven Aspekt: Macht der Resonanz
Das Element Erde in seiner nach innen gerichteten Komponente ist die Macht der Resonanz. Auch das klingt wieder paradox, denn Resonanz klingt doch nach etwas Aktivem, etwas Schwingendem. Doch im magischen Verständnis entsteht Resonanz aus der Stille. Resonanz repräsentiert die Vernetzung aller Realität und erweitert deine Perspektive um zu verstehen, dass es keine Trennung zwischen dir und irgendetwas anderem gibt.
Manchmal können wir uns in Momenten der Stille mit dieser Energie verbinden und fühlen dann die Energie des Lebens um uns herum. Durch diese Praktik erleben Hexen das Göttliche das sich in dieser Welt manifestiert. Es bringt die Konzepte von Gott und Göttin in eine greifbare Erfahrungsform. In Resonanz erlebt man die Dichte der Erde als hell, schwerelos und mühelos. Man ist mit sich selbst und dem Universum im Reinen, Spontanität führt unsere Entscheidungen und Aktionen, die Energien des Lebens selbst leiten dich, du lässt dein Leben fließen, lässt die Kontrolle los und vertraust.
Wird das Element Erde in seinem passiven Aspekt aber zu dominant, wirken Menschen häufig benommen, leichtsinning, distanziert, desorientiert und ohne Kontakt zur eigenen Umgebung oder zur Realität.
Wenn du feststellst, dass das Element Erde in dieser passiven Energie bei dir überhand genommen hat, kannst du dies ganz einfach ausgleichen.
Suche dir sieben kleine flache Steine und erwärme sie in einer Schüssel kochendem Wasser. Sie sollten nicht zu heiß werden. Räuchere deine Umgebung. Zieh dich aus und lege dich flach auf den Rücken. Ziehe mit Salz eine Linie auf deinem Körper, vom Hals über den Bauch bis in den Schritt. Lege dann jeweils einen heißen Stein auf dein drittes Auge, deine Halskuhle, dein Herzchakra, den Solar Plexus und einen etwas unter den Bauchnabel. Nimm jeweils einen der restlichen zwei Steine in jede Hand, Handinnenflächen nach oben. Entspanne dich und nimm die warme Erd-Energie über die Steine sowie über den Boden auf dem du liegst in dich auf.
- – Wo fühlst du dich mit der Macht der Resonanz verbunden und wo getrennt davon?
- – Was sind die Gefahren der Resonanz im magischen Sinne?
- – Wo könnte dein Leben von der Macht der Resonanz bereichert werden?
Wie nimmst du das Element Erde in deinem Leben wahr? Fehlt es irgendwo? Oder ist gar etwas zu viel davon in deinem Leben?
Mit diesem Beitrag endet nun auch diese kleine Serie über die Arbeit mit den Elementen. Ich hoffe, du konntest einige Ansätze für euch mitnehmen. Für die Tabelle mit den Korrespondenzen schau gerne noch einmal im Beitrag zum Element Feuer vorbei.
Hier kommt ihr zu den anderen Beiträgen zu den Elementen:
- zur Luft
- zum Feuer
- zum Wasser